Trinkraum-Debatte: Stadt räumt "bedauernswertes Versäumnis" ein

Kassel. Statt die betroffene Vermietergesellschaft über einen möglichen neuen Trinkraum in ihren Räumen zu informieren, hat die Stadt Kassel in Gesprächen lediglich von "sozialer Begegnungsstätte" gesprochen. Das bezeichnet sie nun als "bedauernswertes Versäumnis" - und sucht nach einem neuen Ort.

Das sagte Bürgermeister Jürgen Kaiser (SPD) am Mittwoch. Damit reagiert er auf die Berichterstattung unserer Zeitung, mit der Fakten einer städtischen Pressekonferenz widerlegt wurden.

Im HNA-Gespräch mit der Vermietergesellschaft war herausgekommen, dass es in dem von der Stadt ins Auge gefassten Gebäude an der Weserstraße keinen Trinkraum geben werde. Kaiser hatte am Dienstag bei einer Pressekonferenz angekündigt, dass der Trinkraum ab 1. Mai in dem Hochhaus am Altmarkt eröffnet werden soll.

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Der Vermieter hatte dies auf Anfrage der HNA aber dementiert. Kaiser sagte am Mittwoch, dass die Stadt vom Rückzieher der Vermietergesellschaft „überrascht“ worden sei. Man sei davon ausgegangen, dass die Unterzeichnung des Mietvertrages nach Klärung einiger baulicher Details erfolgen könne.

Die Darstellung, die Stadt habe in den Verhandlungen von Büroflächen gesprochen, sei aus städtischer Sicht nicht nachvollziehbar. Gegenüber der Vermietergesellschaft habe man mehrfach schriftlich erläutert, Räume für eine soziale Begegnungsstätte anmieten zu wollen. Sollte dabei die Form eines sogenannten Trinkraumes nicht deutlich genug konkretisiert worden sein, sei dies ein bedauerliches Versäumnis, das bei künftigen Verhandlungen ausgeschlossen werden soll.

Die Stadt werde nun, nachdem die Vermietergesellschaft der Weserstraße 1 b einen Rückzieher mache, mit großem Nachdruck die weiteren Alternativen verfolgen, um an einem anderen Standort einen Trinkraum zu verwirklichen, kündigte Kaiser an. Diese seien von der Stadt bereits im Verfahren als geeignet vorgeprüft worden. Er gehe davon aus, dass diese Einrichtung auf jeden Fall im Laufe des Frühjahrs ihren Betrieb aufnehmen könne. (use)

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