Baugrund auf dem Weinberg wird weiter untersucht - Bohrungen des Gutachters stehen noch aus

Stadt: Kein Problem mit Boden

Weit verzweigt: Das Amt für Vermessung und Geoinformation hat die Stollen und Gänge im Weinberg vermessen und markiert. Die tief liegenden Stollen sind gelb eingezeichnet, die höher liegenden rosa. Das Weiß markiert eine Treppe. Die Bauplätze sind rot umrandet.

mitte. Noch sind das Tapeten- und das Grimm-Museum auf dem Weinberg nicht gebaut. Die Gegner des Vorhabens setzen ihre Hoffnung auch darauf, dass sich der Baugrund wegen des weitläufigen Stollen- und Gängesystems als nicht geeignet erweist. Um seine Beschaffenheit zu erkunden, hat die Stadt das Kasseler Unternehmen EGI Erd- und Grundbauingenieure Kratzenberg GmbH mit der Bodenuntersuchung beauftragt.

„Wir haben dort kein Gründungsproblem“, sagt Heinz Spangenberg, Leiter des Stadtplanungsamtes. „Das war das Erste, was wir untersucht haben.“ Das Bodengutachten habe dies bestätigt. Trotz des weit in den Bauplatz hineinragenden Stollens sei auch der Bau des Tapetenmuseums völlig unproblematisch, da die Gänge sehr tief lägen. Dies sei im Bereich des geplanten Grimm-Museums zwar anders, aber kein Hindernis für eine Bebauung. Die Stollengänge könnten mit der Baugrube ausgehoben werden.

In einem ersten Gutachten vom Januar 2009 hatte die Firma Kratzenberg festgestellt, dass ein baulicher Eingriff in den Muschelkalk oberhalb des Stollensystems Auswirkungen auf den Spannungszustand des Gebirgssteins hätte und entsprechende Sicherungsmaßnahmen nötig würden. Die Gutachter schlugen vor, das Grimm-Museum ohne gefährdenden Eingriff in den Muschelkalk zu gründen und - gemessen am Niveau der Weinbergstraße - nur vier Meter tief in die Erde zu gehen. Dann wäre der Bau eines drei- bis viergeschossigen Gebäudes möglich. Vorgesehen sind zwei Geschosse an der Weinbergstraße und drei auf der Hangseite.

Mitte September waren etwa zehn Meter unter der Erde neue Hohlräume entdeckt worden. Sie erstrecken sich von der ehemaligen Henschel-Villa 27 Meter in Ost-West- und 20 Meter in Nord-Süd-Richtung. Für vertiefende Untersuchungen wurden nach Auskunft aus dem Rathaus nun neun Schürfproben genommen. Diese zeigten Gesteins- und Bodenschichten, sagt Magistratssprecherin Petra Bohnenkamp. Die Proben gäben auch Auskunft darüber, ob es aufgefüllte Hohlräume im Boden gebe. „Ergebnisse liegen noch nicht vor.“ Weiteren Aufschluss erhofft man sich von Bohrungen, die in zwei bis drei Wochen beginnen sollen. Möglicherweise werde die Firma Kratzenberg auch ein geologisches Institut hinzuziehen, sagt die Rathaussprecherin. CHRONOLOGIE

Von Ellen Schwaab

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.