Homophobie: Resolution zu kirchlicher Tagung

Kasseler Stadtverordnete üben Kritik an Referenten

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Ruth Fürsch: „Die sagen, Homosexualität ist eine Krankheit. So eine Haltung wollen wir in dieser Stadt nicht.“

Kassel. Die Stadtverordneten haben sich in einer gemeinsamen Resolution für die Gleichstellung Homosexueller ausgesprochen und gleichzeitig Kritik an zwei Referenten des am Donnerstag in Kassel beginnenden Kongresses „Sexualethik und Seelsorge“ geübt.

Marcus Leitschuh

Nur die CDU hat bei der Abstimmung am Montagabend gegen die Erklärung votiert. Hintergrund ist die Veranstaltung des evangelischen Fachverbandes Weißes Kreuz, die von Donnerstag bis Samstag in Kassel stattfindet. Als Referenten sind dazu auch die Ärztin Dr. Christl Vonholdt (Leiterin des Deutschen Instituts für Jugend und Gesellschaft) und der Sozialarbeiter Markus Hoffmann (Gründer des Vereins Wüstenstrom) eingeladen. Beide standen als „Homoheiler“ immer wieder in der öffentlichen Kritik.

Ruth Fürsch (Grüne) sagte in der Stadtverordnetenversammlung: „Die sagen, Homosexualität ist eine Krankheit. So eine Haltung wollen wir in dieser Stadt nicht.“ Dafür erntete sie viel Zuspruch, die Stadtverordneten klopften heftig auf die Tische.

Den Worten der Grünen widersprach auch Marcus Leitschuh von der CDU-Fraktion nicht. „Homosexualität ist keine Krankheit“, bekräftigte er. Aber dies sei auch gar nicht das Thema der Tagung, sondern nur in einem kleinen Teil der Veranstaltung werde dieses Thema zur Diskussion gestellt. „Muss es deshalb diese Resolution geben“, fragte Leitschuh. Anschließend stimmte die CDU gegen die Erklärung. (bal)

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