Neubau auf dem Weinberg und Torwache als Denkmal

Stadt legt Konzept für Grimm-Museum vor

Kassel. Wenn alles nach Plan läuft, wird das Grimm-Museum auf dem Weinberg 2014 fertig sein. Es soll ein Mitmach-Museum werden, das sich an den Vermittlungsmethoden populärwissenschaftlicher Einrichtungen orientiert, aber auch Elemente eines klassischen Museums bieten.

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Pläne sollen jetzt diskutiert werden

Nach dem Konzept des Büros Themata, das gestern im Rathaus vorgestellt wurde, wird das Grimm-Museum drei Schwerpunkte haben: Die Grimm’sche Märchenwelt, die in fünf Räumen inszeniert werden soll. Für deren Gestaltung will man prominente Künstler und Designer gewinnen. Der Grimm’sche Kosmos soll Arbeit und Lebensweg der Märchensammler, Juristen und Sprachforscher thematisieren. Im Grimm-Labor werden Besucher mit Spiel-, Experimentier- und Rate-Stationen zum Mitmachen aufgefordert. Das Konzept wird am Freitag der Öffentlichkeit vorgestellt. Es soll dann umfassend diskutiert werden.

Oberbürgermeister und Kulturdezernent Bertram Hilgen (SPD) sprach von einer sehr guten Grundlage, um sich mit den Grimms in Kassel weiter zu profilieren. Man habe das Thema kulturwirtschaftlich, wissenschaftlich und baulich bei Weitem noch nicht ausgeschöpft. Die Planer rechnen mit knapp 125 000 Besuchern im Jahr.

Die Torwache soll Kasseler Grimm-Denkmal werden. Als Museumsstandort scheidet sie ebenso aus wie das Stollensystem unter dem Weinberg, das eher als technische Attraktion betrachtet wird.

Noch unklar ist, ob Stadt und Land auf dem Weinberg gemeinsam bauen. Sie wollen zunächst eine Studie in Auftrag geben, die auch städtebauliche Vor- und Nachteile aufzeigt. Nach den Zahlen der Planer würde die Stadt von einer gemeinsamen Lösung für das Tapeten- und das Grimm-Museum profitieren. Sie müsste in diesem Fall 19,5 Millionen Euro tragen, ein Bau nur für das Grimm-Museum würde 22,7 Millionen Euro kosten

Kommentar: Endlich Hauptstadt?

Werner Fritsch, Kulturredaktion, über das Grimm-Konzept

Es steht zwar nicht wörtlich in der Studie für die Präsentation des Themas Brüder Grimm in Kassel, doch der Anspruch ist klar: Mit einem zukunftsgerichteten Museumskonzept als Grimm-Welt will Kassel endlich zur Grimm-Hauptstadt in Deutschland werden. Ein inoffizieller Titel, den man sich immer schon gab, ohne ihn praktisch einlösen zu können. Jetzt wird über dieses Konzept diskutiert werden, und neben Zustimmung für die publikumsorientierte und kulturwirtschaftlich fundierte Ausrichtung ist auch Kritik an der Grimm-Welt zu erwarten.

Doch an diesem Ansatz sollte nicht gerüttelt werden. Wichtig ist jetzt, dass sich die Stadt Kassel und das Land Hessen schnell über die Frage einigen, ob für das Grimm- und das Tapetenmuseum ein oder zwei Bauten auf dem Weinberg entstehen sollen, und wie die Architektur aussehen soll. Bleibt die entscheidende Frage der Finanzierung. Die Stadt wird den Bau der Grimm-Welt allein nicht stemmen können. Dann wäre bürgerschaftliches Engagement in großem Umfang gefragt. fgh@hna.de

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