Stadt muss mehr Geld für Friedhöfe zahlen

Kassel. Die Stadt wird für die 15 Kasseler Friedhöfe künftig mehr Geld ausgeben müssen. Schon in diesem Jahr sollen 175 000 Euro zusätzlich an die Friedhofsverwaltung fließen. 100 000 Euro Unterstützung sind im Stadtetat 2011 bereits vorgesehen.

Weitere 100 000 Euro Zuschuss zahlt die Stadt für die Grünflächen- und Parkpflege.

Nach einem Hilferuf der Friedhofsverwaltung, die in kirchlicher Trägerschaft des evangelischen Stadtkirchenkreises steht, geht es um dringend nötige Sanierungs- und Renovierungsarbeiten an sechs Friedhofskapellen. Das kann bis zu 800 000 Euro kosten. Dieses Geld kann die Friedhofsverwaltung allein aus Gebühren nicht mehr aufbringen.

Weil die Zahl der Bestattungen seit Jahren zurückgeht, sind die Friedhöfe in Finanznot geraten. Ende 2010 waren alle Rücklagen aufgezehrt, „wir mussten ein kleines Defizit in das Jahr 2011 vortragen“, sagt Dekanin Barbara Heinrich. Die Gebühren wurden im April dieses Jahres um 3,5 Prozent erhöht. Zur Kostendeckung nötig wäre eine Erhöhung um zehn bis zwölf Prozent. Doch unerschwinglich hohe Gebühren würden nur zu weiteren Einnahmeverlusten führen. „Es kann nicht sein, dass die letzten 1000, die sich hier begraben lassen, alle Betriebskosten zu zahlen haben“, sagt Jürgen Rehs, Leiter der Friedhofsverwaltung.

Seit 1980 ist die Zahl der Bestattungen in Kassel um 40 Prozent zurückgegangen. 20 Prozent der verstorbenen Kasseler Bürger werden inzwischen außerhalb bestattet. Das hat nicht nur mit Angehörigen zu tun, die woanders wohnen. Es gebe immer mehr Angehörige, „die aus Kostengründen das Weite suchen“, sagt Rehs. Die preisgünstigste anonyme Urnen-Reihengrabstätte kostet in Kassel 660 Euro. Bei Seebestattungen in der Ostsee „kann man eine Urne für 90 Euro loswerden“, nennt Rehs ein Beispiel für den Preiskampf bei Bestattungen.

Von Jörg Steinbach

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