Kostengründe: Stadt plant Schließung von Bezirksstellen

Kassel. Das Bürgerbüro Ost an der Erfurter Straße in Bettenhausen wird am 1. Oktober geschlossen. Das hat die Dezernentenrunde im Rathaus beschlossen, sagt Hauptamtsleiter Hans-Jochem Weikert.

Zudem war im Kooperationsvertrag von Kasseler SPD und Grünen die Absicht formuliert worden, die Bezirksstellen in den Stadtteilen zu schließen, um Kosten zu senken. „Angesichts der finanziellen Lage der Stadt Kassel werden die beiden Fraktionen in allen Themenfeldern aufgabenkritisch nach Einsparmöglichkeiten suchen.

Mit der Schließung des Bürgerbüros in Bettenhausen senke die Stadt pro Jahr 50.000 Euro ihrer Kosten, sagt Weikert. Durch die Schließung aller Bürgerbüros in den Stadtteilen müssten im Jahr 175.000 weniger ausgegeben werden. In den Bezirksstellen können die Bürger derzeit Dokumente (Reisepässe und Personalausweise) beantragen und sich ummelden. Drei Objekte wurden angemietet, nur die Immobilie an der Frankfurter Straße ist städtisches Eigentum. Es habe zwei Gründe gegeben, als erstes das Büro in Bettenhausen zu schließen, sagt Weikert.

Dieses sei mit 8232 Besuchern im vergangenen Jahr am wenigsten frequentiert gewesen. Zum Vergleich: In Niederzwehren wurden 15 083 Besucher gezählt, in der Nordstadt 11 559, in Harleshausen 15 487 und im Rathaus 91.040 Bürger. In den vergangenen zehn Jahren habe der Trend eingesetzt, dass immer mehr Menschen das Büro im Rathaus aufsuchen, sagt Mitarbeiter Erwin Strauß. Das liege auch an der Samstagsöffnung. Im Bürgerbüro Ost seien zudem ständig Fehler bei der technischen Anbindung an das zentrale Rathausnetz aufgetreten, sagt Weikert. Dass Bezirksstellen in den Stadtteilen geschlossen werden, hat die Kasseler FDP schon vor Jahren gefordert. „Wir freuen uns, wenn unsere uralte Forderung jetzt doch noch umgesetzt wird“, sagt Fraktionsvorsitzender Frank Oberbrunner. Die CDU in Niederzwehren sieht das anders. Ortsbeiratsmitglied Gerhard Rinder sagt, dass insbesondere der älteren Generation der Weg in das Rathaus nicht zuzumuten sei. Eine Untersuchung habe 2007 allerdings ergeben, dass das Gros der Besucher der Bürgerbüros zwischen 20 und 50 Jahre alt ist, entgegnet Strauß. (use)

Rubriklistenbild: © Archiv: Socher

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