Verwaltung beharrt auf Abmahnung

Abmahnung gegen Rathaus-Sekretärin: Stadt rechtfertigt Strafe

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Cornelia Harig

Kassel. Im Streit mit einer früheren Sekretärin über eine Abmahnung sieht sich die Stadt im Recht. Wie die HNA berichtete, beschuldigt die Verwaltung ihre Mitarbeiterin Cornelia Harig (60), im Sommer 2012 ihre Verschwiegenheits- und Loyalitätspflichten verletzt zu haben.

Seit Kurzem befindet Harig sich in der passiven Phase ihrer Altersteilzeit. Weil Harig sich mit einem Hinweis über ein Fehlverhalten ihrer Chefin – die ihre Doktorarbeit von einer anderen Sekretärin tippen ließ – auch an die Fraktionen gewandt habe, müsse es eine Sanktionierung geben.

Nachdem das Arbeitsgericht in dem jüngsten Gütetermin darauf hingewiesen habe, dass die bisherige Abmahnung überzogen ist, habe die Stadt diese abgeändert und neu zugestellt. Die neue Abmahnung konzentriere sich auf den Vorwurf der Verletzung der Verschwiegenheits- und Loyalitätspflicht. In der vorherigen Abmahnung, die Streitgegenstand vor Gericht ist, hatte die Stadt Harig dafür verantwortlich gemacht, dass der Stadt durch ihre Enthüllung ein Imageschaden entstanden sei. Aus Sicht der Stadt sei eine Abmahnung, in der ihr dies nicht vorgehalten werde, möglich.

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Deshalb nehme es die Stadt „mit Verwunderung“ zur Kenntnis, dass Harig über die Presse diesen neuen Vergleichsvorschlag ablehnt, teilt Stadtsprecher Ingo Happel-Emrich mit. Harig hatte der HNA gesagt, dass sie keine Abmahnung akzeptieren werde. In der Tat hatten die Sekretärin und ihr Anwalt vor dem Rechtsstreit der Stadt mitgeteilt, eine „freundliche Abmahnung“ akzeptieren zu wollen. Nachdem die Stadt aber erhebliche Vorwürfe in der Abmahnung formuliert habe, gelte das Angebot nicht mehr, sagte Anwalt Bernd Hoppe. Das Arbeitsgericht hatte die Stadt in der Güteverhandlung aufgefordert, die Abmahnung zurückzuziehen.

Stadt sieht Missverständnis

In der öffentlichen Diskussion fühlt sich die Rathausverwaltung missverstanden. Es sei der Stadt sehr wohl wichtig, dass ihre Mitarbeiter die Vorgesetzten über etwaiges Fehlverhalten im Rathaus informierten, sagte Happel-Emrich. Allerdings erwarte die Stadt, dass solche Vorgänge vertraulich behandelt werden. Denn zunächst müssten diese sorgfältig geprüft werden.

Cornelia Harig sei über ein internes Ermittlungsverfahren gegen ihre Chefin informiert gewesen, über dessen Verlauf habe sie die Verwaltung wegen der Fürsorgepflicht gegenüber der Beschuldigten nicht informieren können. Wie die Verwaltung weiter verfährt, werde erst entschieden, wenn Harig oder ihr Anwalt auch offiziell auf die neue Abmahnung reagieren.

Von Bastian Ludwig

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