Wegfall der Anschlussstelle Kassel-Ost: Masterplan soll Leitlinien für Verkehrsentwicklung liefern

Stadt sieht Chancen und Risiken

Christof Nolda

Kassel. „Der Kasseler Osten wird im Zuge der Planungen des neuen Autobahnkreuzes A7/A 44 keineswegs unberücksichtigt bleiben.“ So lautet die Kernbotschaft von Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne) als Reaktion auf Befürchtungen, der Kasseler Osten werde nach Wegfall des Anschlusses Kassel-Ost einer verstärkten Belastung durch Ausweichverkehr ausgesetzt sein.

Masterplan Ost

Nolda: „Es gibt den Masterplan Ost, der sich als Entwicklungsplan auch mit Verkehrsfragen in den Stadtteilen Bettenhausen, Forstfeld und Unterneustadt auseinandersetzt.“ Der Plan sei im Zuge der Salzmann-Beschlüsse vom 12. Dezember als Aufgabenstellung mit angestoßen worden. Ziel sei es, neue Leitlinien für den Kasseler Osten (Wohnen, Verkehr) zu formulieren. „Mit einem Abschluss der Erhebungen ist in anderthalb Jahren zu rechnen.“

Nicht zu spät für Einwände

Das sei nicht zu spät, um auf Basis von Masterplan-Daten gegebenenfalls Einwände gegen den Wegfall des Autobahnanschlusses Kassel-Ost im Zuge der Planfesstellung einzureichen – auch wenn mit der Offenlegung der Pläne schon in einem halben Jahr zu rechnen sei.

Nolda: „Die Stadt Kassel wird ihrer Pflicht als Träger öffentlicher Belange nachkommen und entsprechend Einwände formulieren, falls sich durch den Wegfall der Anschlussstelle Kassel-Ost erhebliche verkehrliche Mehrbelastungen im Kasseler Osten abzeichnen sollten.“

So könnten schon vor Fertigstellung des Masterplans Ost handfeste Aussagen mit Blick auf künftig zu erwartende Verkehrsströme getätigt werden. „Es gibt bereits Daten und Voruntersuchungen. Der Zugewinn an Faktenwissen, der sich durch einen fertigen Masterplan ergebe, liegt bei etwa 30 Prozent.“

„Der Kasseler Osten hat viele Jahre lang unter Mangelentwicklung gelitten“

Christof Nolda Stadtbaurat

Nolda räumt ein, dass der Kasseler Osten viele Jahre unter Mangelentwicklung gelitten habe. In den vergangenen Jahren habe sich dort aber viel getan – Salzmann, SMA, VW, weitere Gewerbeansiedlung an der Lilienthalstraße.

„Schon jetzt ist klar, dass die Dresdener Straße als wichtiger Zubringer zur Anschlussstelle Kassel-Nord stark belastet ist.“ Noch sei die Gefahr von Ausweichverkehr aber kaum einzuschätzen. „Durch den Wegfall von Kassel-Ost haben wir die Chance, die Leipziger Straße weiter zu entlasten. Risiko ist, dass sich Schleichwegverkehr durch Wohngebiete einstellt.“ Wie dem aber begegnet werden könnte, darüber ließe sich derzeit noch keine Aussage machen.

Von Boris Naumann

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