Landesregierung sieht im Großstadt-Hessentag 2013 neue Chancen

Jetzt hat OB Bertram Hilgen (von links) es schriftlich: Ministerpräsident Volker Bouffier überreichte ihm die Urkunde, wonach Kassel den Hessentag ausrichtet. Foto: nh

Wiesbaden/Kassel. Nach der Kasseler Stadtverordnetenversammlung hat am Montagabend auch das Kabinett beschlossen, dass der Hessentag 2013 nach Kassel kommt.

Entsprechend zufriedene Gesichter sah man am Dienstagmorgen, als Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) Kassels nach Wiesbaden geeilten Oberbürgermeister Bertram Hilgen (SPD) die frohe Botschaft offiziell überreichte. So viele freundliche Worte hört man im Politikbetrieb der Landeshauptstadt nicht oft: Der Ministerpräsident sprach von einem „eindrucksvollen Votum“ des Stadtparlaments, das es dem Kabinett leicht gemacht habe, die ursprünglich in Vellmar geplante Veranstaltung nun in die benachbarte Großstadt zu geben.

Kassel, wo das Landesfest zuletzt 1964 stattfand, habe fast 50 Jahre keinen Hessentag gehabt. Er selbst finde es im Übrigen gut, dass auch einmal eine Großstadt zum Zuge komme, so lasse sich die Vielfalt Hessens noch besser dokumentieren: „Kassel wird Maßstäbe setzen.“

Hilgen zeigte sich überzeugt, dass der Hessentag wunderbar zum 1100. Stadtjubiläum passe, das ein Bürgerfest werden solle. „Wir wollen zeigen, dass Kassel eine weltoffene, moderne Stadt ist, die ihre Zukunft in die Hand nimmt.“

Kritikern des zehntägigen Landesfestes hielten beide Politiker entgegen, dass der Hessentag mitnichten überholt sei. Wie früher, als es galt, die Heimatvertriebenen zu integrieren, habe er auch heute eine wichtige Aufgabe. Hilgen sagte, Kassel sei „bunt“, mit Menschen aus vielen Nationen, „wir wollen deutlich machen, wie wir mit diesem für uns überlebenswichtigen Thema umgehen.“ Der Oberbürgermeister trat auch Vorwürfen der Grünen im Landtag entgegen, der Landesregierung sei es mit viel Geld gelungen, Kassel zu gewinnen: „Wenn wir den Hessentag nicht hätten haben wollen, hätten wir ihn auch für 5,5 Millionen Euro nicht haben wollen“, sagte Hilgen in Anspielung auf die Fördersumme, die das Land zugesagt hat.

Staatsminister Axel Wintermeyer, der die professionelle Zusammenarbeit mit der Stadt lobte, sagte, „der Hessentag wird sicher kein Verlustgeschäft sein, sondern ein Gewinn für alle“.

Um die Glanzlichter des Festes muss sich derweil der Hessentagsbeauftragte der Regierung, Heinrich Kaletsch, kümmern. Kassel als Großstadt, so sinnierte er gestern, würde sich auch für klassische Konzerte eignen, zum Beispiel im Bergpark Wilhelmshöhe.

Von Petra Wettlaufer-Pohl

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