Bezüge des Spitzenpersonals

Das verdienen die städtischen Chefs in Kassel

Kassel. 339.000 Euro im Jahr - so viel verdient ein Mann, der zum Spitzenpersonal der Kasseler Gesellschaften zählt. Das geht aus einem Beteiligungsbericht hervor, der jetzt  vorgestellt wurde.

Die städtischen Unternehmen und Beteiligungen haben auch die Zeit nach der Krise, die ab Herbst 2008 die internationalen Finanz- und Wirtschaftsmärkte geprägt hatte, gut überstanden. Das ergibt sich aus den beiden Beteiligungsberichten für die Jahre 2009 und 2010, die jetzt von Kassels Stadtkämmerer und Beteiligungsdezernent Dr. Jürgen Barthel (SPD) vorgelegt wurden.

GNH-Vorstandsvorsitzender Dr. Gerhard M. Sontheimer verdiente 300.000 Euro im Jahr 2010, seine Vorstandskollegin und Arbeitsdirektorin Birgit Dilchert kam auf 211.000 Euro. Nur knapp darunter lag Dr. Werner Brand, Geschäftsführer im Reha-Zentrum des Konzerns, mit 200.000 Euro. KVG-Geschäftsführer Dr. Thorsten Ebert verdiente 203.000 Euro. Das Jahreseinkommen von documenta-Geschäftsführer Bernd Leifeld lag bei 129.000 Euro, GWG-Geschäftsführer Peter Ley hatte Bezüge von 157.000 Euro und bekam als Geschäftsführer des Tagungszentrums Stadthalle weitere 3600 Euro.

Wirtschaftsförderungs-Chef Thilo von Trott zu Solz verdiente 133.000 Euro. „Unser Optimismus, dass die städtischen Beteiligungsgesellschaften durch die Krise nicht nachhaltig betroffen sind, hat sich bestätigt“, erklärt Barthel: „Auch im Wirtschaftsjahr 2009 konnten die Gesellschaften die an sie gestellten Erwartungen erfüllen.“ Barthel hatte zum Bericht 2008 gesagt, er sei „optimistisch, dass wir auch für die kommenden Jahre mit ordentlichen Ergebnissen rechnen können“. Trotzdem liege die Aufmerksamkeit auf den Geschäftsfeldern des Konzerns Kasseler Verkehrs- und Versorgungs-GmbH (KVV), die durch vielfältige Änderungen auf dem Verkehrs-und Versorgungsmarkt bestimmt seien. Im Blick hat Barthel zudem die Gesundheit Nordhessen Holding AG (GNH), die mögliche Risiken aus den Änderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen im Gesundheitswesen berücksichtigen müsse.

Hintergrund

Stadt Kassel hält Kapitalbeteiligungen von 92 Millionen Euro

Ende 2009 war die Stadt Kassel an 58 Gesellschaften unmittelbar oder mittelbar beteiligt. Ende 2010 waren es insgesamt 63 Kapitalbeteiligungen. Gestiegen ist deren Zahl durch die Kooperation der Städtische Werke AG und weiterer kommunaler Energieversorger als Konsequenz auf die Liberalisierung der Energieversorgung, erklärt Kassels Stadtkämmerer und Beteiligungsdezernent Dr. Jürgen Barthel (SPD).

Das Spektrum der städtischen Beteiligungen reicht von der Gesundheit Nordhessen Holding (GNH) AG – mit insgesamt 4800 Mitarbeitern einer der größten Arbeitgeber der Region – über die Stadtwerke und die Kasseler Verkehrs-Gesellschaft (KVG) bis zum Müllheizkraftwerk und der Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft (GWG), die mit annähernd 8700 Wohnungen größter Vermieter in der Stadt ist. Die kleinste Beteiligung der Stadt sind 6200 Euro, was einem Anteil von 0,1 Prozent an der Genossenschaft Vereinigte Wohnstätten 1889 entspricht. Insgesamt hält die Stadt Kapitalbeteiligungen von annähernd 92 Millionen Euro. Dickster Brocken sind 68,2 Millionen Euro, die in der Kasseler Verkehrs- und Versorgungs GmbH (KVV) stecken.

Unter diesem Konzerndach sind unter anderem Stadtwerke und KVG, Fernwärme, Müllheizkraftwerk und die Telefongesellschaft Netcom gebündelt. 10,6 Millionen Euro stecken in der GWG, rund 7,2 Millionen Euro in derTagungszentrum Stadthalle Kassel GmbH. An der Flughafen GmbH Kassel ist die Stadt mit rund 133.000 beteiligt, das entspricht 13 Prozent.

Von Jörg Steinbach

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