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BUND fordert weiter Umgestaltung auf Karlsplatz – Einzelhändler fürchten Verluste

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Von: Bastian Ludwig

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Der BUND Kassel machte auf einer Kundgebung am Dienstag nochmal seine Forderung nach der Umgestaltung des Karlsplatzes deutlich. Plan der Stadt gerät ins Stocken.

Kassel – Die Umwelt- und Klimaschützer hatten mit der Veranstaltung in Kassel die Politik auffordern wollen, endlich die seit fast drei Jahrzehnten geplante Umgestaltung des zentralen Stadtplatzes voranzutreiben. Für die zweistündige Kundgebung hatten die Protestierenden einen Teil der dortigen Parkplätze belegt, was für lautstarken Unmut bei manchen Autofahrern sorgte.

Die Aktivisten ließen sich davon nicht beirren. Sie wiesen darauf hin, dass politische Zusagen zur Umgestaltung der Fläche bis heute nicht eingelöst sind. Wie die HNA auch jüngst noch mal berichtete, gab es bereits mehrere Anläufe, die gut 100 oberirdischen Parkplätze zugunsten einer Begrünung und teilweisen Bebauung wegfallen zu lassen.

Fordern die Neugestaltung des Karlsplatzes und den Abbau der Parkplätze: Mitglieder des BUND Kassel demonstrierten am Dienstag auf dem Stadtplatz.
Fordern die Neugestaltung des Karlsplatzes und den Abbau der Parkplätze: Mitglieder des BUND Kassel demonstrierten am Dienstag auf dem Stadtplatz. © Andreas Fischer

Kassel: Umgestaltungen auf dem Karlsplatz liegen auf Eis

Jeweils scheiterten die Pläne am Widerstand der ansässigen Einzelhändler, die beim Abbau der Parkplätze deutliche Umsatzeinbußen fürchten. Die Stadt weist auf HNA-Anfrage darauf hin, dass bereits seit 1997 die rechtliche Grundlage besteht, die Parkplätze abzubauen.

Mit dem Neubau der Tiefgarage Friedrichsplatz sei der politische Beschluss gefasst worden, auch die Parkplätze auf dem Karlsplatz wegfallen zu lassen. Weil dies auch Bestandteil des Tiefgaragen-Pachtvertrages zwischen Stadt und Parkhausgesellschaft war, habe die Stadt bis zum Auslaufen des Pachtvertrages im Jahr 2019 jährlich 250 000 Euro weniger von der Parkhausgesellschaft als Pacht erhalten – und dies über 20 Jahre lang.

Starker Gegenwind für Baupläne auf Karlsplatz in Kassel

Nach wie vor bestehe der politische Auftrag einer Neugestaltung des Karlsplatzes, so ein Rathaussprecher. Eine Teilbebauung des Platzes inklusive einer Gestaltung der Freiflächen werde seit Jahren angestrebt. Voraussetzung dafür sei allerdings eine „abgestimmte Nutzungsperspektive“. Nachdem die Pläne für den Neubau des documenta-Institutes auf dem Karlsplatz am Widerstand gescheitert waren, besteht diese Perspektive aktuell nicht.

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Das documenta-Institut wird nicht neu gebaut. © Swen Pförtner/dpa

Eine neue Chance für den Karlsplatz könnte aus Sicht der Stadt das Bundesförderprogramm „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren (ZIZ)“ bieten. Denn aus dem Bundestopf würden auch Potenzialflächen in Innenstädten gefördert. Der Rathaussprecher verweist darauf, dass bei allen Planungen die Verkehrsanbindung der Anlieger gewährleistet bleibe. (Bastian Ludwig)

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