Probleme mit überfüllten Glascontainern

Stadt übt Kritik: Remondis stelle Altglassammlung nicht ordnungsgemäß sicher

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Ein großes Ärgernis: Im gesamten Stadtgebiet finden sich immer wieder zahlreiche überquellende Glascontainer.

Kassel. Überfüllte Altglascontainer sind in Kassel ein Dauerproblem. Jetzt übt auch die Stadt Kritik an der Essener Firma Remondis.

Jetzt fordern auch Oberbürgermeister Christian Geselle und Ordnungsdezernent Dirk Stochla die zuständige Firma Remondis aus Essen auf, die Missstände bei der Altglasentsorgung endlich abzustellen. „Remondis ist offensichtlich nicht in der Lage, eine zuverlässige, ordnungsgemäße Altglassammlung sicherzustellen“, kritisieren Geselle und Stochla.

Der Rhythmus der Behälterleerung entspreche nicht dem tatsächlichen Aufkommen an den Standplätzen, die überfüllten Behälter verärgerten Anwohner und sorgten für ein negatives Stadtbild.

Die Stadtreiniger hatten 1987 die Wertstoffsammlung für Altglas in Kassel eingeführt. Mit Inkrafttreten der Verpackungsverordnung wurde 1991 den Kommunen die Zuständigkeit für die Entsorgung der Verpackungen wie Altpapier oder Altglas entzogen und auf die Dualen Systeme Deutschland (DSD) übertragen. Bis 2007 hatten sich die Stadtreiniger erfolgreich an der Ausschreibung beteiligt. Danach hatte die Firma Rhenus, die im Herbst 2017 von der Firma Remondis übernommen wurde, den Auftrag in Kassel bekommen.

Laut Ausschreibung ist die Firma Remondis als Auftragnehmer verpflichtet, die Behälterleerung im Stadtgebiet flexibel am Altglasaufkommen anzupassen, also bei Bedarf mehrmals wöchentlich zu leeren. Darüber hinaus ist sie zur Mitnahme der neben dem Behälter stehenden Flaschen verpflichtet.

„Remondis kommt dieser Verpflichtung nicht nach. Da aber für viele Bürger die Zuständigkeit nicht ersichtlich ist, wenden sie sich mit Beschwerden an die Stadtreiniger“, erklärt Stochla.

Die würden die seit Jahren an sie herangetragenen Missstände bei der Altglassammlung dokumentieren.

Von der Remondis hieß es zuletzt, dass die Anzahl der Container ausreiche und auf die Einwohnerzahl abgestimmt sei. Aufgrund der Witterungsverhältnisse und krankheitsbedingter Ausfälle sei es zu Jahresbeginn vereinzelt zu Abfuhrproblemen gekommen. In dieser Zeit seien zwar auch mehr Beschwerden eingegangen, diese würden aber stets zeitnah bearbeitet und erledigt. Remondis habe überdies keinen Einfluss auf die Anzahl der aufgestellten Container. Dies sei Sache der Stadt und der Stadtreiniger.

„Durchschnittlich zwei Mal im Monat wird eine Ersatzvornahme angedroht und eine Frist von 48 Stunden gesetzt“, sagt Stochla. Das heißt: Die Stadt reinigt die Flächen rund um Container und stellt Remondis die Kosten in Rechnung.

Hoffnung setzt Oberbürgermeister Geselle auf die neue Ausschreibungsrunde der Dualen Systeme Deutschland, denn der Auftrag für Remondis läuft zum Jahresende aus. Dann würden sich auch die Stadtreiniger erneut um den Auftrag bewerben. 

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