Stadt und Kreis Kassel: Freie Stellen gibt’s in Hülle und Fülle

Kassel. Der Arbeitsmarkt in der Region glänzt mit Bestwerten: Im April sank die Arbeitslosenquote im Agenturbezirk, zu dem neben Stadt und Kreis Kassel auch der Werra-Meißner-Kreis gehört, auf 6,1 Prozent (Vorjahr: 6,6 Prozent). Das ist der beste Aprilwert seit über 20 Jahren.

Als „traumhaft“ bezeichnete Agenturchef Detlef Hesse auch die Quoten für den Landkreis (4,3 Prozent) und die Stadt Kassel (8,5 Prozent).

Die gute Entwicklung am Arbeitsmarkt in der Region zeigt sich nicht nur an der sinkenden Zahl der Arbeitslosen. Aktuell sind im Agenturbezirk Kassel 17 207 Menschen arbeitslos – 1179 weniger als vor einem Jahr. Aber auch die Zahl der freien Stellen ist deutlich gestiegen. Seit Jahresbeginn wurden 4906 neue Jobangebote bei der Arbeitsagentur gemeldet. Das sind 14 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Allerdings haben viele Branchen Probleme, passendes Personal zu finden. Häufig bringen die Arbeitslosen nicht die passenden Voraussetzungen mit.

So ist in den vergangenen fünf Jahren zwar die Beschäftigung in der Region stetig gewachsen. Nach neuestem Stand gibt es 210.085 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte im Agenturbezirk. Das sind rund 17.000 mehr als vor fünf Jahren. Im selben Zeitraum sank die Zahl der Arbeitslosen aber lediglich um 1000.

Die Arbeitslosen profitieren also nur teilweise von dem Beschäftigungsaufbau, wie Agenturchef Detlef Hesse erläutert. Viele der zusätzlichen Stellen werden von Menschen ausgefüllt, die zuvor nicht berufstätig waren – die sogenannte „stille Reserve“, zum Beispiel Frauen. Aber auch Zuwanderer, die noch vor der jüngsten Flüchtlingswelle kamen, darunter viele Osteuropäer, haben Arbeit in der Region gefunden oder sich hier selbstständig gemacht.

Flüchtlinge bremsen Arbeitsmarkt nicht

Die vielen Menschen, die im Zuge der Flüchtlingskrise 2015/16 in die Region gekommen sind, haben die positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt bisher kaum gebremst. Während auf breiter Front ein Rückgang der Arbeitslosigkeit zu verzeichnen ist, steigt die Zahl der arbeitslos gemeldeten Ausländer (zu denen auch die Flüchtlinge zählen): Im vergangenen Jahr gab es hier einen Zuwachs von 17,3 Prozent auf insgesamt 4836.

Die meisten Flüchtlinge befinden sich aber noch in Sprachkursen – laut Hesse über 2000 Menschen – und tauchen daher der Arbeitslosenstatistik noch gar nicht auf. Wenn die Kurse enden, werden sie auf den Arbeitsmarkt drängen. Mittelfristig werde sich das auf die Quoten niederschlagen.

Vorerst bleibt Hesse aber optimistisch: „Bis zum Sommer sehe ich keinerlei kritische Signale. Weder das Thema VW noch die Unsicherheiten der Weltwirtschaft machen uns bisher zu schaffen.“

Rubriklistenbild: © dpa

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