Neubau der Stadtschleuse

40 Bootsführer grüßten sich an Kasseler Schleuse, um Zeichen zu setzen

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Keine Durchfahrt: Die Schleuse ist seit Ende 2016 außer Betrieb. Mit 40 Booten wollte der Kasseler Zweckverband Sportschifffahrt unterstreichen, wie wichtig der Neubau für Kassel ist. 

Kassel. Fast 40 Boote machten sich am Samstag auf den Weg zur Kasseler Schleuse. Mit drei lauten, langen Signaltönen grüßten sich die Schiffe über die Schleuse hinweg.

„Wir wollten einfach noch mal ein Zeichen setzen“, sagte Jan Hörmann, Commodore des Yacht Clubs Kassel und Sprecher des Zweckverbandes Kasseler Sportschifffahrt.

Auch wenn der Neubau mittlerweile beschlossene Sache ist, sollte noch mal gezeigt werden, wie wichtig die Schleuse für Kassel ist. Am vergangenen Montag hatte die Stadtverordnetenversammlung dem Erwerb der Schleuse vom Bund zugestimmt. „Eine Stadt am Fluss ohne Schleuse, das geht nicht“, so Hörmann.

Für die Wassersportvereine rund um das Hafengelände ist die Schließung der Schleuse weniger schlimm als für die Vereine im Oberwasser. Vom Hafen aus können die Boote noch immer Richtung Niedersachsen die Fulda hochfahren. Am Samstag ging es aber vor allem darum, die anderen Vereine zu unterstützen und zu zeigen, wie wichtig der Neubau der Schleuse sei, so Hörmann. Die Boote, die auf den 100 Liegeplätzen zwischen Schleuse und Damaschkebrücke im Oberwasser schwimmen, können die Staustufe seit der Schließung der Schleuse Ende 2016 nicht mehr verlassen.

Auf dieser stark begrenzten Fläche mache Wassersport keinen Spaß. Sportvereine lebten davon, dass man den Sport auch ausüben kann, so Hörmann. Das sei seit der Schließung nur noch schwer möglich. Noch sei es seines Wissens für keinen der Vereine existenzbedrohend, aber das könne es schnell werden.

Auch auf den Hochwasserschutz wirke sich die fehlende Schleuse aus. Durch die geringere Fließgeschwindigkeit lagern sich am Grund ab und das Flussbett erhöht sich. Das erschwere die Schifffahrt und kann Hochwasserschäden begünstigen.

Wenn man positiv in die Zukunft blickt, dann gibt es hier in ungefähr zwei Jahren wieder freie Durchfahrt vom Ober- ins Unterwasser, hofft Hörmann. Für Kassels Wassersportvereine wäre das besonders wichtig.

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