CDU-Reaktionen aus Stadt und Landkreis

„Sie macht den Weg frei“ - Reaktionen auf den Rückzug von AKK

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Noch gut gelaunt: Im Sommer 2018 gastierte Annegret Kramp-Karrenbauer während der Zuhör-Tour der CDU im Kasseler Kulturbahnhof.

Kassel: AKK hat ihren Rückzug vom CDU-Parteivorsitz erklärt. Nun reagieren Parteimitglieder aus Kassel. Ihre Meinungen gehen auseinander.

  • Annegret Kramp-Karrenbauer (AKK) hat angekündigt, den CDU-Vorsitz abzugeben
  • CDU-Parteimitgliederaus Stadt und Landkreis K assel reagieren auf den Rückzug von AKK
  • Die Reaktionen aus den CDU-Fraktion in Kassel sind unterschiedlich

Kassel– Nach turbulenten Tagen hat Annegret Kramp-Karrenbauer angekündigt, den CDU-Vorsitz abzugeben und auch nicht als Kanzlerkandidatin ins Rennen zu gehen. Wie nimmt die Basis die neuen Entwicklungen auf?

Für Michael von Rüden, den Fraktionsvorsitzenden der CDU im Kasseler Rathaus, übernimmt Kramp-Karrenbauer damit die Verantwortung für die Union und für Deutschland angesichts der schwachen Umfragewerte. „Sie macht damit den Weg frei für den notwendigen innerparteilichen Klärungsprozess.“ Das nötigt von Rüden Respekt ab. Er sagt auch: „Über viele Monate hinweg galt Kramp-Karrenbauer als gute Parteivorsitzende.“

Kassel: Nach AKK-Rückzug an der CDU-Spitze - "Ich zolle ihr Respekt"

Außerdem erinnert von Rüden an Kramp-Karrenbauers Verhalten in den vergangenen Tagen, als es nach der Thüringen-Wahl schwerfiel, den Überblick zu behalten: „Sie hat sich klar von der AfD distanziert. Das kann sie auf der Habenseite verbuchen.“ Wie es personell nun weitergeht? Von Rüden will da keine Prognose abgeben. Er betont aber: „Die CDU ist eine Partei der Mitte.“

Michael von Rüden: Vorsitzender der Kasseler CDU-Fraktion.

Eva Kühne-Hörmann, Kassels CDU-Vorsitzende und zugleich Hessens Justizministerin, bedauert den Schritt Kramp-Karrenbauers, nicht mehr als Vorsitzende antreten zu wollen. „Ich zolle ihr Respekt. Sie hat als Parteivorsitzende sehr gute Arbeit geleistet. Dazu gehört ihre klare Stellungnahme, keinerlei Zusammenarbeit mit der AfD und mit der Linken einzugehen.“

Kassel: AKK-Rückzug an der Spitze der CDU - Friedrich Merz ist Wunschkandidat

Eine Notwendigkeit für den angekündigten Verzicht von Annegret Kramp-Karrenbauer sehe er nicht, sagt Andreas Mock, Vorsitzender der CDU-Kreistagsfraktion. „Sie hätte das so nicht machen müssen“, sagt Mock. Er könne aber nachvollziehen, dass die Vorsitzende nach den Gesprächen in Thüringen keine Lust mehr habe. Die CDU müsse jemanden finden, der beide Ämter – Parteivorsitz und Kanzlerkandidatur – vereinbaren kann. Mocks Wunschkandidat: Friedrich Merz.

Andreas Mock: Vorsitzender der CDU-Kreistagsfraktion.

Michael Aufenanger, Vorsitzender der CDU im Landkreis Kassel, wurde von der Entwicklung überrascht. Nachvollziehen könne er die Entscheidung im Angesicht der politischen Scharmützel während AKKs Amtszeit – nicht nur der letzten Tage – allerdings gut. „Ob es die richtige war, wird die Zukunft zeigen.“ Er findet: „Man sollte ihr dafür Respekt zollen, dass sie die eigenen Machtansprüche zum Wohl der Partei zurückgestellt hat.“ Auch andere Parteimitglieder täten gut daran, es ihr nachzutun, sich Zeit zu nehmen und zur alten Geschlossenheit zurückzufinden.

CDU: AKK zu Besuch in Kassel - Halt am Kulturbahnhof

Als CDU-Vorsitzende war Kramp-Karrenbauer im Übrigen Ende September 2019 in Kassel – beim Bundesmittelstandstag im Kongress Palais. Dort trat mit Friedrich Merz auch einer ihrer größten innerparteilichen Widersacher auf. Im Jahr zuvor war Kramp-Karrenbauer noch als CDU-Generalsekretärin nach Kassel gekommen. Auf der selbst ernannten Zuhör-Tour durch Deutschland machte sie halt am Kulturbahnhof.

Video: Angela Merkel zu AKK-Rückzug als CDU-Vorsitzende

Auch im Kreis Hersfeld-Rotenburg hat der Rückzug von Annegret Kramp-Karrenbauer bei führenden CDU-Politikern für gemischte Reaktionen gesorgt.

CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer will nicht mehr Kanzlerkandidatin der CDU werden. Über eine neue Führung soll rasch entschieden werden.

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