Baunataler Hütt-Brauerei ist auch betroffen

Kein Fußball, weniger Bier: Brauereien beklagen geringeren Absatz

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Der Bierabsatz schrumpft: Hitze und Fußball-WM sorgten 2018 für einen höheren Bierkonsum. 2019 ging der Absatz – auch bei den Brauereien in der Region wie der Hütt-Brauerei in Baunatal – zurück. Unser Foto zeigt Hütt-Mitarbeiterin Eugenia Schubert (Archivfoto).

Der Bierabsatz befand sich im Jahr 2019 im Sinkflug. Die Gründe sind schnell gefunden. 

  • Der Bierabsatz ist im Jahr 2019 gesunken
  • Auch die Baunataler Hütt-Brauerei ist vom Trend betroffen
  • Ein Grund für den eingebrochenen Bierkonsum sei die fehlende Fußball-WM

Der Bierabsatz ist im Jahr 2019 bundesweit um 2,5 Prozent auf 85,2 Millionen Hektoliter eingebrochen. Das geht aus Daten des Statistischen Bundesamtes hervor. Rein rechnerisch ist damit eine Großbrauerei verschwunden. Auch die regionalen Brauereien bestätigen diesen Trend.

„Das betrifft uns in gleichem Maße. Wir gehen bedauerlicherweise mit dem Trend“, sagt Kai Salzmann, Geschäftsführer der Baunataler Hütt-Brauerei. Er zeichnet zum einen den demografischen Wandel verantwortlich. Die ältere Generation trinke weniger Alkohol als früher. Und die junge Generation trinke generell weniger. „Das Gesundheitsbewusstsein ist größer geworden“, vermutet Salzmann.

Konsumenten trinken immer häufiger Spezialitäten wie Craftbeer

Zudem sei der Markt deutlich größer geworden. „Es werden mehr Spezialitäten wie Craftbeer konsumiert.“ Auch der Verkauf von alkoholfreien Bieren und Biermixgetränken nehme zu. Das kann den schrumpfenden Absatz alkoholhaltigen Bieres aber nicht kompensieren“, so Salzmann.

Die Hütt-Brauerei versuche, wie jede andere Brauerei auch, dem Trend entgegenzutreten, indem sie neue innovative Produkte schafft. „Für das Jahr 2020 sind einige in Planung, die anders und auffällig sind“, kündigt Salzmann an. Eine Preissteigerung, wie sie jetzt etwa die Radeberger Brauerei für Fassbier plant, sei für Hütt derzeit kein Thema. „Man muss den Markt beobachten, aber geplant ist das nicht.“

Hütt-Geschäftsführer Kai Salzmann.

Auch die Einbecker Brauerei, zu der die ehemals in Kassel ansässige Martini-Brauerei gehört, verzeichnet weniger Absatz. „Wir bewegen uns marktkonform“, sagt Unternehmenssprecher Ulrich Meiser. Noch habe die Brauerei keine ausgehärteten Zahlen für das Geschäftsjahr 2019, Einbecker schneide aber voraussichtlich ein bisschen besser ab als die deutsche Braubranche insgesamt. Dennoch gebe es ein kleines Minus, das sei aber kein Grund, Alarm zu schlagen. „Damit sind wir weder besonders gut noch stimmt etwas nicht“, sagt Meiser.

Den Rückgang beim Verkauf des Gerstensaftes führt auch er auf verschiedene Faktoren zurück. Zum einen habe 2019 keine Fußball-WM oder -EM stattgefunden. Auch das Wetter habe eine Rolle gespielt. „2019 war kein schlechter Sommer, aber er war kein Jahrhundertsommer und damit nicht so bierträchtig wie 2018.“

Der Markt für alkoholfreie Biere wächst

Zum anderen führt auch Meiser den Demografiefaktor an. „Deutschland altert. Der Pro-Kopf-Verbrauch nimmt schon seit Jahren leicht ab“, sagt der Unternehmenssprecher. Auch in Hinblick auf die Veränderung des Trinkverhaltens junger Menschen geht er mit Salzmann konform. „Sie trinken auch mal ein Bier, gerne aber auch mal etwas anderes und gerne auch mal alkoholfrei.“ Dementsprechend wachse der Markt alkoholfreier Biere und Biermischgetränke.

„Wir haben im vergangenen Sommer das Einbecker Radler Alkoholfrei 0,0% auf den Markt gebracht. Das wächst“, so Meiser. Um daran anzuknüpfen, entwickle Einbecker derzeit etwa ein innovatives alkoholfreies Produkt, das die Brauerei im April präsentieren will.

Landbiere werden immer beliebter

Immer beliebter würden auch Spezialitäten wie Hell- und Land-Bier. Ebenso wachse der Dosenmarkt. „Die Dose war nach Einführung des Dosenpfands so gut wie weg vom Fenster, aber inzwischen hat sich das Einwegsystem bewährt. Deshalb biete die Brauerei ihr Einbecker Brauherren Pils seit Kurzem auch in der 0,5-Liter-Dose an.

Eine Preiserhöhung schließt auch Einbecker derzeit aus. „Wir sind optimistisch, was 2020 angeht“, sagt Meiser. 

Video: Das Fassbier soll teurer werden

In der Region gibt es nicht nur die Hütt-Brauerei. Die Bierlandschaft ist vielfältig.

Der Termin für die HNA Wiesn 2020 auf dem Gelände der Hütt-Brauerei an der Knallhütte in Baunatal steht fest: Gefeiert wird von Donnerstag, 24.09.2020, bis Samstag, 26.09.2020. 

Von Nicole Schippers

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