Weltkrebstag 2019

Krebs geht jeden etwas an: DRK-Kliniken Nordhessen informierten über Krankheit und Behandlung

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Sprechstunde mit dem Teddy: Anlässlich des Weltkrebstages hatten die DRK-Kliniken Kinder zu einer Teddyklinik eingeladen, um ihnen Sorgen vor einem Arztbesuch zu nehmen. Unser Foto zeigt von links: Christina Bahr mit Tochter Emma, Medizinstudentin im praktischen Jahr Pia Schleichert und Jennifer Sipho, Pressesprecherin der DRK-Kliniken.

Kassel - Über Krebs informieren und die Krankheit aus der Tabuzone holen - das sollte der Weltkrebstag in den DRK-Kliniken Nordhessen. 

Hase Frieda hat Bauchschmerzen. Besitzerin Emma ist besorgt. Die Zweijährige hat ihr Kuscheltier deswegen mit in die Teddyklinik in den DRK-Kliniken gebracht. „Sag Frieda, dass sie keine Angst vor der Untersuchung haben muss“, sagt Pia Schleichert, Medizinstudentin im praktischen Jahr. Gemeinsam hören sie Friedas Herzschlag ab, messen Temperatur und nehmen Blut ab. Die Teddyklinik diene dazu, Kindern präventiv die Angst vor dem Arztbesuch zu nehmen, zu informieren, erklärt Schleichert.

Informieren, und vor allem aus der Tabuzone holen, sollte auch der diesjährige Weltkrebstag, zu dem die DRK-Kliniken einluden. Experten stellten in Vorträgen Diagnoseverfahren und Behandlungsmethoden vor. Besucher konnten sich außerdem darüber informieren, wie Sport- und Ernährungstherapien eine Krebsbehandlung ergänzen können.

Auch weitere Einrichtungen wie die Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfegruppen (KISS) oder das Hospiz- und Palliativ-Netz Region Kassel informierten. Seit 2017 geben die DRK-Kliniken dem Weltkrebstag ein Zuhause.

„Gespräche über Krebs sind mittlerweile oft sehr optimistisch“, sagt PD Dr. Kia Homayounfar, Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Endokrine Chirurgie. „Die Menschen machen sich heute Mut.“ Das sei noch vor einigen Jahren nicht der Fall gewesen.

Homayounfar freue sich über die zahlreichen Besucher, sagt er – „und doch sind Sie zu wenige.“ Krebs gehe jeden etwas an und jeder sollte sich frühzeitig damit befassen. „Ich bin verheiratet, habe drei Kinder, meine Eltern und Schwiegereltern leben noch“, zählt Homayounfar auf. Betrachte man die Zahl der Menschen, die jedes Jahr an Krebs erkranken, müssten statistisch gesehen zwei seiner Familienmitglieder an Krebs erkranken. „Man weiß nie, was am nächsten Tag passieren kann. Daher sollte man sich früh unbequemen Fragen stellen. Das vermeidet Ängste und Sorge.“

Empfingen die Besucher: (von links) Isabell Bernhardt und Tanja Ritter.

Der Weltkrebstag stand in diesem Jahr unter dem Motto „Ich bin und ich werde“. Es sollte nicht nur informiert und daran erinnert werden, sich mit der Krankheit, eine der häufigsten Todesursachen, auseinanderzusetzen. Jeder sollte auch dafür sensibilisiert werden, dass die eigenen Lebensgewohnheiten das Krebsrisiko beeinflussen können. Dazu gehört ein rauchfreies Leben, regelmäßige Bewegung und ein normales Körpergewicht, ein geringer Alkoholkonsum, ausreichender Schutz vor UV-Strahlung. „30 bis 50 Prozent aller Erkrankungen wären mit der richtigen Vorsorge vermeidbar gewesen“, sagt Homayounfar.

Weltkrebstag soll Öffentlichkeit informieren

Ziel des Weltkrebstages ist es, die Vorbeugung, Erforschung und Behandlung von Krebserkrankungen, eine der häufigsten Todesursachen, ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu stellen und sich mit Erkrankten und Angehörigen zu solidarisieren. Der Tag wird seit 2006 jährlich am 4. Februar begangen und wurde erstmals von der Weltgesundheitsorganisation ausgerichtet. In Deutschland erkranken jedes Jahr rund 500 000 Menschen an Krebs, weltweit sind es zwölf Millionen. Mehr als neun Millionen Menschen jährlich sterben an den Folgen. 70 Prozent aller Krebskranken haben ein Alter von über 70 Jahren.

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