EU-Parlament konstituiert sich in Straßburg

Ehemalige EU-Abgeordnete: Weg von Martina Werner (SPD) führt nach Kassel

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Hat ein Rückkehrrecht beim Landkreis Kassel: die als Abgeordnete aus dem Europarlament ausgeschiedene Sozialdemokratin Martina Werner (57). 

Das neue EU-Parlament konstituiert sich am Mittwoch im französischen Straßburg. Die Kasseler Sozialdemokratin Martina Werner ist ebenfalls in der Stadt - sie nimmt Abschied.

Aber nicht, um wieder als EU-Abgeordnete einzuziehen, sondern um endgültig Abschied zu nehmen. Am Montag sei ihre Verabschiedung gewesen. 

Am Mittwoch werde ihr Mann sie abholen, um gemeinsam die Heimfahrt nach Niestetal anzutreten. Aller Voraussicht nach wird damit für Werner das 2014 begonnene Kapitel nach einer Legislaturperiode als Mitglied des Europäischen Parlaments (MdEP) enden. Nun werde sie in Straßburg und Brüssel nur noch Gast sein, sagt die 57-Jährige. „Ich bin sehr traurig. Das geht mir schon nahe.“

Das Aus kam für sie unerwartet. Natürlich sei ihr klar gewesen, dass es bei der Europawahl am 26. Mai knapp werden würde. Doch sie habe darauf gehofft, dass es für sie auf Platz 17 der bundesweiten SPD-Kandidatenliste reiche, berichtet Werner. Das Ergebnis fiel für die SPD schlechter als erwartet aus, für Werner geradezu tragisch: Mit 15,8 Prozent der Stimmen verbleiben den deutschen Sozialdemokraten im neuen EU-Parlament nur 16 der bisherigen 27 Sitze. Für Werners Wiedereinzug in das EU-Parlament ist das genau ein Sitz zu wenig.

Letzte Sitzung als Abgeordnete im Mai

Ihre letzte Sitzung als Abgeordnete hatte sie im Mai. Ihr Büro und ihre Wohnung in Brüssel habe sie in den vergangenen Wochen aufgegeben. Sie habe auf ihre Wiederwahl gesetzt und keinen Plan B gehabt, verrät die Sozialdemokratin. „Es hilft nichts. Ich werde nun den Blick nach vorn richten.“ Ihr Weg führt nicht nur geografisch zurück in die Heimat.

„Ich bin nun dabei, wieder in Kassel und Nordhessen anzukommen. Ich freue mich auf die Region“, sagt Werner. Zurück wird es für sie auch beruflich gehen. „Ich habe ein Rückkehrrecht beim Landkreis Kassel.“ Von 2001 bis 2014 war die Diplom-Ökonomin in der Kreisverwaltung beschäftigt, hatte die Sonderfachdienstleitung Beteiligungsmanagement inne. Zuvor war sie als Referentin bei der Wirtschaftsförderung Region Kassel, davor in der Marketingabteilung der Kasseler Verkehrs- und Versorgungs GmbH (KVV) tätig.

Kürzlich Wiederwahl zur stellvertretenden Vorsitzenden der SPD Nordhessen

Werner ist kürzlich als stellvertretende Vorsitzende der SPD Nordhessen wiedergewählt worden. Ob sie sich künftig wieder mehr lokalpolitisch in der SPD engagieren wolle, wisse sie noch nicht. „Ich bin stellvertretende Bezirksvorsitzende. Alles Weitere wird sich zeigen.“

Die Chance, doch noch in das Europarlament nachzurücken, schätzt Martina Werner selbst übrigens als äußerst gering ein. Denn sollte tatsächlich einer der 16 gewählten Sozialdemokraten aus Deutschland sein Mandat nicht annehmen können oder wollen, dann wäre nicht sie, sondern zunächst dessen Ersatzbewerber als Nachrücker dran. Sie als Nummer 17 auf der SPD-Bundesliste wäre erst dann an der Reihe, wenn auch der Ersatzkandidat auf das Mandat verzichten würde. Werner: „Das ist sehr sehr unwahrscheinlich.“

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