Beamte klären über Waffenamnestie auf

Handgranate und Sprengzünder bei Polizei Kassel abgegeben

Kassel. Ein 67-jähriger Mann aus dem Landkreis Kassel hat kürzlich eine Handgranate bei der Polizei abgegeben, ein 76-jähriger Mann aus Kassel tat dasselbe mit zehn Zündern für Sprengkörper.

Diese beiden Fälle nimmt die Polizei zum Anlass, um über die Gefahren und Möglichkeiten der derzeit geltenden Waffenamnestie aufzuklären. Wenn Unsicherheiten beim Umgang mit Waffen, Munition oder auch Sprengmittel sowie unbekannten Stoffen bestehen, so Polizeisprecher Torsten Werner, sollte zunächst Kontakt mit der Polizei aufgenommen werden, um die Modalitäten einer Übergabe ohne Gefahren abzustimmen.

Es war am Sonntag, 8. Oktober, als der 67-Jährige aus dem Landkreis mit einer olivgrünen Handgranate, einer Schreckschusswaffe und Munition auf der Wache an der Leipziger Straße in Bettenhausen erschien und sich auf die Waffenamnestie-Regelung berief, teilt der Polizeisprecher mit. Der Mann habe die Waffen geerbt und wollte sie nun bei der Polizei abgeben.

Da nicht sicher war, ob es sich um eine echte oder eine Übungshandgranate handelte, setzten sich die Polizisten mit dem Kampfmittelräumdienst in Verbindung. Nach Übermittlung eines Fotos fuhr ein Fachmann sicherheitshalber zum Revier Ost und inspizierte dort die Granate. Als diese zweifelsfrei als Übungshandgranate identifiziert wurde, nahm der Mitarbeiter der Kampfmittelräumdienstes sie mit.

Glück für den 67-Jährigen: Eine echte Handgranate wäre nicht von der Amnestie gedeckt gewesen, sondern falle unter das Kriegswaffenkontrollgesetz, so der Polizeisprecher.

Auch nicht von der Waffenamnestie gedeckt ist ein zweiter Fall, der am selben Tag bekannt wurde. Am Nachmittag des 8. Oktober erschien ein 76-jähriger Mann in Begleitung seines 51-jährigen Sohnes beim Revier Mitte. Sie gaben dort ein Kästchen mit zehn Zündern für Sprengkörper sowie eine Platzpatrone ab. Die Zünder habe der Sohn vor Jahrzehnten gefunden. Der Vater habe sie ihm damals abgenommen und beiseitegelegt. Nun hätten sie das Kästchen wiederentdeckt und wollten es abgeben.

Die Beamten stellten die Zünder sicher und deponierten sie im Munitionsbunker des Innenstadtreviers. Da das Sprengstoffgesetz greift, nahmen sie Kontakt mit dem Landeskriminalamt auf, um den weiteren Transport zu regeln. Der 76-jährige Mann muss mit einem Ermittlungsverfahren wegen eines Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz rechnen, so Werner.

Wer unerlaubt Waffen und Munition besitzt und diese bei einer Polizeidienststelle oder Waffenbehörde abgibt, wird wegen des unerlaubten Besitzes derzeit nicht bestraft. Grundlage dafür ist die aktuelle Amnestie-Regelung, die seit 6. Juli 2017 und noch bis 1. Juli 2018 gilt. Ziel der aktuell andauernden Waffenamnestie ist es, Waffenbesitzern die Möglichkeit zu geben, illegale oder geerbte Waffen, straffrei und unbürokratisch abzugeben. Darunter fallen beispielsweise Nunchakus, Wurfsterne, Einhandmesser, Butterfly-Messer und jegliche Schusswaffen, ob „scharfe“ oder sogenannte Schreckschusswaffen. Der Transport von Waffen und Munition ist mit Gefahren verbunden. Schusswaffen sind daher von Waffenbesitzern entladen zu transportieren.

Rubriklistenbild: © dpa

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