Fünf-Quadratmeter-Regelung für Gaststätten wird aufgehoben

Die Kundschaft bleibt aus: Wenig Betrieb in Geschäften, Gastronomie und Sportstudios

Viele Tische sind noch frei: Restaurants wie das Café Hurricane an der Gottschalkstraße haben bislang nur verhalten Zulauf von Gästen. Mitarbeiterin Özge Cetinkaya kümmert sich neben dem Service um die nötige Hygiene.
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Viele Tische sind noch frei: Restaurants wie das Café Hurricane an der Gottschalkstraße haben bislang nur verhalten Zulauf von Gästen. Mitarbeiterin Özge Cetinkaya kümmert sich neben dem Service um die nötige Hygiene.

In Kassel haben die Geschäfte, Gastronomie und Sportstudios nach der Corona-Pause wieder geöffnet. Doch die Nachfrage der Kunden ist derzeit noch gering.

  • In Kassel haben Läden, Restaurants und Sportstudios wieder geöffnet.
  • Wegen der Corona-Krise waren sie mehrere Wochen geschlossen.
  • Die Nachfrage der Kunden ist derzeit noch gering.

Geschäfte, Gastronomie und Sportstudios in Kassel haben wieder geöffnet. Doch die Nachfrage der Kundschaft bleibt verhalten. Von einem Normalbetrieb sind Händler, Gastwirte und andere Branchen weit entfernt.

Eine Hürde immerhin wird für die Cafés und Restaurants ab Donnerstag fallen: So hat das Land Hessen angekündigt, die Fünf-Quadratmeter-Regelung aufzuheben. Dafür hatte sich der Hotel und Gaststättenverband Dehoga eingesetzt. Ab 28. Mai muss nur noch der Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen den Tischen oder Gästegruppen berücksichtigt werden.

Corona in Kassel: Fünf-Quadratmeter-Regel in Hessen aufgehoben

Die Fünf-Quadratmeter-Regel sei ein „Umsatzkiller“, sagt Anna Homm, Dehoga-Geschäftsführerin für Nord- und Osthessen. Daher sei man „hoch erfreut“, dass sie nun falle und damit auch eine Ungleichbehandlung beseitigt werde. Hessen ist das einzige Bundesland, das die zulässige Gästezahl an der Fläche der Gasträume bemessen hat. Das stieß bei vielen Gastronomen aus Kassel auf Kritik.

Viele Gastronomen aus Kassel berichten allerdings, dass selbst die wenigen Plätze, die sie bieten dürfen, selten alle belegt sind. Dabei laufe das Geschäft im Freien – sofern das Wetter gut ist – deutlich besser als in den Innenräumen. Die Kasseler CDU-Fraktion appelliert an die Stadt, öffentliche Flächen kostenlos für die Außengastronomie bis zum Herbst zur Verfügung zu stellen. 

Corona in Kassel: Kaum Kunden in Geschäften und Gastronomie 

Oberbürgermeister Christian Geselle hatte zuletzt im HNA-Interview gesagt, dass es nur eine stadtweit einheitliche Regelung geben könne und auch die Bedürfnisse von Anwohnern, Verkehr und umliegenden Geschäften berücksichtigt werden müssten.

Auch in den Geschäften bleibt die Nachfrage seit der Wiedereröffnung vor einem Monat noch überschaubar. Über alle Sortimente hinweg werde derzeit nur das gekauft, was wirklich nötig ist, berichtet Patrick Peckmann vom Einzelhandelsverband Hessen-Nord. 

Corona in Kassel: Durch Maskenpflicht fehlt "Wohlfühlcharakter" beim Einkauf

Durch die Maskenpflicht und andere Sicherheitsmaßnahmen fehle der „Wohlfühlcharakter“, der für die Kauflaune eine große Rolle spiele. Hinzu komme, dass viele Verbraucher aufgrund eigener wirtschaftlicher Sorgen ihr Geld zusammenhalten.

Rund 300 Besuchern am 27. Mai 2019 stellt Gül Strutzke vom Fitnessstudio Fit & Fun 150 Besuche diesen Montag gegenüber. Der für den 15. Mai erwartete Ansturm blieb aus. Die wegfallenden 50 Prozent sind auch bei anderen Fitness- und Yoga-Anbietern aktuell eine verlässliche Zahl.

Neue Corona-Verordnung für Hessen bis in den Juli verlängert

In einer neuen Corona-Verordnung für Hessen sind ansonsten alle Verordnungen des Landes zur Corona-Krise bis zum 5. Juli verlängert worden. Damit gelten beispielsweise weiterhin die Maskenpflicht in bestimmten öffentlichen Bereichen oder die Kontaktbeschränkungen. 

Zudem hält das Land in der Verordnung weitere Lockerungen fest, die bereits angekündigt waren. So dürfen etwa Vereine ab dem 1. Juni Schwimmbäder wieder für Training und Schwimmkurse nutzen. Auch wurde geregelt, dass Kitas zum 2. Juni wieder in einen eingeschränkten Normalbetrieb übergehen können.

Von Katja Rudolph

In Kassel leuchten viele Gebäude rot. Mit der Aktion wollen die Veranstalter die Veranstaltungswirtschaft retten, die durch die Coronakrise kurz vor dem Aus steht. 

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