Zu Geldstrafe verurteilt

Prügelattacke: 55-Jähriger schlägt Verlobte mit Baseballschläger

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Ein 55-Jähriger wurde im Kasseler Amtsgericht wegen gefährlicher Körperverletzung in einem minder schweren Fall verurteilt.

Ein 55-Jähriger aus Kassel soll seine Verlobte mit einem Baseballschläger verprügelt haben. Ein Richter hat den Mann nun zu einer Geldstrafe verurteilt.

  • Richter verurteilt den 55-Jährigen zu einer Geldstrafe von 1500 Euro
  • Der Mann soll seine Verlobte mit einem Baseballschläger verprügelt haben
  • Der Kasseler hatte alle Vorwürfe bestritten

Wegen gefährlicher Körperverletzung in einem minder schweren Fall hat Amtsrichter Leyhe einen 55-jährigen Mann aus Kassel zu einer Geldstrafe von 150 Tagessätzen á 10 Euro, also 1500 Euro, verurteilt. Der Angeklagte hatte nach Überzeugung des Richters seine heute 38-jährige ehemalige Verlobte mit einem Baseballschläger aus Aluminium verprügelt.

Amtsanwältin Theis hatte dem Angeklagten außerdem vorgeworfen, in jener Nacht am 24. März 2019 in seiner Wohnung in Rothenditmold die Frau auch mit beiden Händen gewürgt und eine brennende Zigarette auf ihrem Handgelenk ausgedrückt zu haben.

Opfer: Der ehemalige Verlobte hat sie nicht gewürgt

Diese Übergriffe bestätigte das Opfer gestern als Zeugin nicht. Sie zu erwürgen habe er zwar schon mehrfach angedroht, tatsächlich sei es aber nicht zu einem Würgeangriff gekommen, sagte sie. Die Zigarette habe er nicht auf ihrem Handgelenk ausgedrückt, sondern nur darüber herumgewedelt, sodass Glut herabgefallen sei und sie verletzt habe. Unterschiedliche Angaben zum Geschehen, wie sie von der Polizei notiert worden waren, führte das Gericht auf Verständigungsprobleme der Türkin mit den deutschen Beamten zurück.

Richter Leyhe bewertete die Aussage der Zeugin, die keinerlei Belastungstendenzen zeige, strafmildernd für den Angeklagten, für den die Anklägerin acht Monate Haft auf Bewährung beantragt hatte.

Der Angeklagte bestritt alle Vorwürfe

Die 38-jährige Geschädigte hatte ausgesagt, sie habe sich schon mehrfach von dem Angeklagten trennen wollen, der als Mitglied des türkischen Rockerclubs Osmanen Kassel gewalttätig geworden sei. Als sie ihn über ihre Trennungsabsicht informierte, habe er auf sie eingeschlagen. Ein Arzt attestierte später zahlreiche Prellungen, Hämatome und Brandverletzungen an der Hand.

Der Angeklagte, der ohne Verteidiger erschienen war, bestritt alle Vorwürfe und bezichtigte die Frau der Lüge. Er besitze nicht einmal einen Baseballschläger, sagte der Mann, eine imposante Erscheinung mit breiten Schultern und grauem Bart.

Die Frau zeigte ein Foto vom Angeklagten mit einem Baseballschläger

Allerdings konnte die Geschädigte ein Foto auf ihrem Handy zeigen, auf dem der Angeklagte mit einem großen Baseballschläger in den Händen zu sehen ist. Auf dem Schläger ist der Name seines Hundes „Tyson“ zu lesen. Der gehöre ihm aber nicht, sondern einem Freund, behauptete er. Diese Angabe bezeichnete Anklägerin Theis als völlig lebensfremd, und auch Richter Leyhe schenkt ihr keinen Glauben.

Die Frau hatte unmittelbar nach der Tat im März beim Familiengericht ein Annäherungsverbot des Angeklagten erwirkt, das von diesem auch eingehalten wurde. Auch weil er bisher keine Vorstrafen auf dem Konto hat und der Richter von einem minder schweren Fall der gefährlichen Körperverletzung ausging, kam der 55-jährige Türke ohne eine Freiheitsstrafe davon.

Im November 2019 wurde ein 25-Jähriger wegen Körperverletzung verurteilt. Er soll seine Ex-Freundin mindestens zweimal ins Gesicht geschlagen haben. 

Das Eschweger Amtsgericht hatte sich mit einem kuriosen Fall beschäftigt: Der Angeklagte sollte eine Frau vergewaltigt und mehrfach geschlagen haben. Als der Prozess begann, waren der Mann und das vermeintliche Opfer verlobt

Von Thomas Stier

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