45 Jahre im Einsatz

Er rettet Leben: Mehr als 50.000 Einsätze für Rettungshubschrauber "Christoph 7"

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Einsatz für die Lebensrettung: Dr. Thomas Köhler, Ingo Sondergeld, Vorsitzender des Fördervereins, und sein Mitstreiter Dirk-Uwe Bippart zogen beim Symposium in den DRK-Kliniken eine positive Bilanz des Teams von „Christoph 7“.

Vor 45 Jahren hob der Rettungshubschrauber "Christoph 7" das erste Mal ab. Dazu fand jetzt im Rotes-Kreuz-Krankenhaus ein notfallmedizinisches Symposium statt. 

Ein junger Mann „wickelt“ sich mit seinem Auto um einen Baum und wird in dem Fahrzeugwrack zwischen Motor und Fahrersitz eingequetscht. Fast alle Körperteile erleiden schwerste Verletzungen. Sein Herzschlag ist kaum spürbar – setzt schließlich ganz aus. 

Der Notarzt des Rettungshubschraubers ergreift die letzte Chance. Er öffnet den Brustkorb des Verletzten, pumpt das in den Herzbeutel eingedrungene Blut ab. Der Patient wird in eine Spezialklinik geflogen und überlebt – wie durch ein Wunder.

Dieser Fall aus der Praxis der Luftretter war eines der spektakulären Beispiele des notfallmedizinischen Symposiums, die das Luftrettungszentrum Kassel an den DRK-Kliniken Nordhessen (Rotes-Kreuz-Krankenhaus) anlässlich des ersten Starts des Rettungshubschraubers „Christoph 7“ vor 45 Jahren am Wochenende veranstaltete.

Mehr als 50.000 Einsätze hat das Team des Rettungshubschraubers, das aus rund einem Dutzend Notfallmedizinern, acht Notfallsanitätern und Piloten der Bundespolizeidirektion in Fuldatal besteht, geflogen – meist vom Dach der DRK-Kliniken an der Hansteinstraße, wo der Helikopter tagsüber stationiert ist. Nachts steht er bei der Bundespolizei.

Auch Spezialisten im Team des Rettungshubschraubers

Ziel des Teams sei es, die Möglichkeiten des medizinisch Machbaren bei der Lebensrettung immer weiter hinauszuschieben, sagt Dr. Thomas Köhler von den DRK-Kliniken, Ärztlicher Leiter des Rettungshubschraubers. Das gilt auch für die relativ neue Technik der Brustkorböffnung gleich am Unfallort. Einen solchen Notfall habe das Team in Kassel selbst noch nicht erlebt. Der jüngste Notarzt im Team ist Florian Franz. 

Man übe aber diese Technik wie auch weitere Neuerungen in der Notfallmedizin. Ziel sei es, für die schwierigsten Notfallsituationen Spezialisten im Team fortzubilden. Dabei werden die Mediziner seit 2002 vom Förderverein des „Christoph 7“ unterstützt, der auch das Symposium gesponsert hat.

Die Initiatoren waren bei der Gründung des Luftrettungsteams 1974 Pioniere: Damals – und noch bis in die 1990er-Jahre – seien Rettungswagen ohne Notarzt zu Unfällen ausgerückt, berichtet Köhler. Diese Lücke in der medizinischen Versorgung wollte man mit dem Einsatz des Rettungshubschraubers schließen. Ziel war es auch, möglichst schnell vor Ort zu sein und die Notfallpatienten sofort in eine geeignete Klinik zu bringen. 

Das sei auch heute noch so. Gewandelt habe sich aber die Art der Einsätze. Heute werde der Rettungshubschrauber häufiger zu – manchmal auch nur vermeintlichen – medizinischen Notfällen als zu Unfällen mit Verletzten gerufen. Das habe mit der älter werdenden Gesellschaft und der schlechter werdenden hausärztlichen Versorgung auf dem Land zu tun, sagt Köhler.

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