Preis für Wasser steigt

Stadt verschickt neue Wassergeldbescheide: Deutliche Gebührenerhöhungen in Kassel und Vellmar 

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Wassergebühren steigen: Der Großteil unseres Trinkwassersverbrauchs entfällt auf das Duschen und Baden, gefolgt von Klospülung und Wäschewaschen. Nur vier Prozent werden für das Trinken und die Essenszubereitung genutzt.

Ab dieser Woche verschicken die Städtischen Werke die neuen Gebührenbescheide für das Trink- und Schmutzwasser. Wir erklären, was sich ändert.

  • Die Stadt Kassel verschickt neue Wassergeldbescheide.
  • 50.000 Haushalte in Kassel und Vellmar sind betroffen. 
  • Die Trinkwassergebühren setzen sich künftig aus zwei Grundgebühren und einer Verbrauchsgebühr zusammen. 

Bis alle Haushalte die Post zur Gebührenerhöhung und ihren neuen Abschlägen im Briefkasten haben, könne es März werden, teilt die Stadt mit.

Die Städtischen Werke versorgen im Auftrag von Kasselwasser 50.000 Haushalte in Kassel und Vellmar, weshalb der Versand etwas dauert. Wir haben anhand mehrerer Beispiele berechnet, was die Haushalte an Kosten zu erwarten haben.

Kassel: Wasser wird teurere - Das neue Gebührenmodell

Ab Januar 2020 setzt sich die Trinkwassergebühr für Kassel und Vellmar aus zwei Grundgebühren und einer Verbrauchsgebühr zusammen. Bis 2019 gab es nur eine Verbrauchsgebühr und eine Zählergebühr.

Verbrauchsgebühr: Sie beträgt nun 1,98 Euro pro Kubikmeter (1000 Liter). Früher waren es 2,14 Euro. Damit wird der reine Wasserverbrauch sogar günstiger.

Zählergebühr: Diese Gebühr, die auch Anschlussgebühr genannt wird, wurde erhöht. Sie richtet sich nach der Querschnittsgröße des Hausanschlusses und liegt nach Auskunft der Stadt in 95 Prozent aller Fälle bei knapp 30 Euro im Jahr. Bisher waren zumeist 20 Euro fällig.

Bereitstellungsgebühr: Dieser jährliche Gebührenbestandteil wurdeneu eingeführt. Je nach Anzahl der Wohneinheiten in einem Gebäude liegt er zwischen 96 Euro (Einfamilienhaus) und 58 Euro pro Partei (10-Familien-Haus und größer). 

Mit dieser Gebühr will die Stadt Kassel dem Umstand Rechnung tragen, dass allein schon die Unterhaltung des Wassernetzes – unabhängig vom Verbrauch – einen Großteil der Kosten verursacht.

Abwassergebühr: 2019 war bereits die Abwassergebühr um 18 Prozent auf 2,86 Euro pro Kubikmeter angehoben worden. Weil diese Erhöhung schon seit einem Jahr greift, legen wir den Fokus bei den folgenden Beispielrechnungen auf die neue Trinkwassergebühr. Die Abwassergebühr bemisst sich am Trinkwasserverbrauch. Zusätzlich gibt es eine Regenwassergebühr.

Kassel: So viel kostet das Wasser jetzt mehr - Beispielrechnungen

Einfamilienhaus / Familie: Eine vierköpfige Familie mit einem Durchschnittsverbrauch von 160 Kubikmetern Wasser im Jahr zahlt künftig 443 Euro im Jahr. Bislang waren es bei gleichem Verbrauch 362 Euro. Bei dieser verbrauchten Menge Trinkwasser käme eine Abwassergebühr von 457 Euro pro Jahr hinzu. • Einfamilienhaus / Paar: Ein Paar mit einem Verbrauch von 80 Kubikmetern im Jahr zahlt künftig 284 Euro in Kassel. Bislang waren es 191 Euro.

Bei dieser verbrauchten Menge Trinkwasser käme eine Abwassergebühr von 229 Euro pro Jahr hinzu.

Drei-Parteien-Haus / Single: Ein Ein-Personen-Haushalt mit einem Verbrauch von 40 Kubikmetern im Jahr in einem Haus mit drei Wohnparteien zahlt künftig 177 Euro pro Jahr. Früher waren es bei gleichem Verbrauch 115 Euro. Bei dieser verbrauchten Menge Trinkwasser käme eine Abwassergebühr von ebenfalls 115 Euro pro Jahr hinzu.

Mehrfamilienhaus / Paar:Ein Paar mit einem Verbrauch von 80 Kubikmetern, das in einem Mehrfamilienhaus mit mehr als zehn Parteien lebt, zahlt künftig 246 Euro pro Jahr. Bislang waren es etwa 200 Euro.

Bei dieser verbrauchten Menge Trinkwasser käme eine Abwassergebühr von 229 Euro pro Jahr hinzu.

Mehrparteienhaus / Familie: Eine Familie mit einem Verbrauch von 160 Kubikmetern in einem 6-Parteien-Haus zahlt künftig 406 Euro pro Jahr. Bislang waren es etwa 370 Euro in Kassel und Vellmar.

Bei dieser verbrauchten Menge Trinkwasser käme eine Abwassergebühr von 457 Euro pro Jahr hinzu.

Twitter: Die Trinkwassergebühren steigen in Kassel und es gibt ein neues Gebührenmodell

Kassel im Vergleich

Mit 1,98 Euro pro Kubikmeter (1000 Liter) ist das Kasseler Wasser im hessenweiten Vergleich relativ teuer. Darmstadt verlangt 1,64 Euro pro Kubikmeter, Frankfurt 1,92 Euro, Offenbach 1,96 Euro, Marburg 1,93 Euro. Nur in der Landeshauptstadt Wiesbaden ist es mit 2,62 Euro noch teurer.

Für einen ehrlichen Vergleich müssen aber auch die jährlichen Grundgebühren eingerechnet werden. Auch da hat Kassel bei den größeren hessischen Städten die Nase vorn: Darmstadt 72 Euro, Frankfurt 40 Euro, Offenbach 47 Euro, Marburg 53 Euro, Wiesbaden 26 Euro, Kassel 88 bis 126 Euro (je nach Wohnform).

Bereits im Sommer hat die Stadt Kassel 32.000 Briefe an Kasseler Hauseigentümer und Wasserabnehmer verschickt, um die neue Gebühr zu berechnen.

Wassergebühren steigen auch in der Region

Auch in der Gemeinde Bad Zwesten im Schwalm-Eder-Kreis werden die Wassergebühren zum Jahresbeginn 2020 nach heftiger Debatte angehoben.

In Naumburg im Landkreis Kassel werden die Gebühren ebenfalls angehoben. 5100 Einwohner sind dort von den steigenden Kosten betroffen.

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