Treffpunkt auf dem Campus der Uni Kassel

Streit um documenta-Kiosk an Kasseler Uni: Periptero wird abgebaut

+
Hier fanden Konzerte und Kulturveranstaltungen statt: Kulturkiosk Periptero auf dem Uni-Campus an der Moritzstraße.

Die Uni Kassel hat mit dem Abbau des documenta-Kiosk Periptero begonnen. Damit soll Platz für neue Projekte geschaffen werden. Die Studenten sind jedoch sauer. 

  • Der Abbau des Kiosks Periptero auf dem Campus der Uni Kassel hat begonnen.
  • Das documenta-Projekt wurde auch für Festivals und als Treffpunkt genutzt.
  • Die Uni-Leitung will Platz für neue Projektideen schaffen. 

Mehr als zwei Jahre war das documenta-Kiosk Periptero ein Treffpunkt auf dem Campus der Universität Kassel. Nun muss der Pavillon abgebaut werden. Die Studenten sind sauer auf die Uni-Leitung.

Die documenta 14 schloss in Kassel am 17. September 2017 ihre Tore, aber ein bisschen endet sie an diesem Freitag noch einmal. Der Kulturkiosk Periptero, den Studenten anlässlich der Kunstschau vor drei Jahren eröffneten, wird heute mit einer letzten Party begraben. Damit endet ein ungewöhnliches Kapitel Studentenleben auf dem Campus, das die Betreiber gern fortgesetzt hätten und das nun zu Unstimmigkeiten zwischen dem Asta und der Uni-Leitung geführt hat.

Der Kiosk auf dem Campus der Uni Kassel war ein documenta-Projekt

Wie in Athen, wo der Kiosk (Periptero) mehr ist als nur ein Verkaufsladen, war die Kasseler Einrichtung an der Moritzstraße auch Treffpunkt und Veranstaltungsort. Hier fanden Konzerte und ein Holi-Fest statt, Initiativen wie Viva con Aqua richteten hier ihre Treffen aus, auch die Macher des Festivals „Nach dem Rechten sehen“ organisierten hier Veranstaltungen.

Auf dem Dach des aus alten Holzpaletten gebauten Pavillons hatten die Studenten eine Photovoltaik-Anlage angebracht. Für die Hochbeete nutzten sie nur recycelte Materialien, wie dieAsta-Vorsitzende Sophie Eltzner sagt: „Hier konnte jeder was machen.“

Periptero in Kassel: Laufzeit des Kiosk an der Uni Kassel war begrenzt angelegt

Das Periptero war ein Ort, an dem Studenten in der Praxis ausprobieren konnten, was sie im Hörsaal in der Theorie gelernt hatten. Diese Idee ist ein Grundprinzip der Moving School, aus der der Kiosk hervorging. Dr. Ludwig Möller, der die Plattform für neues Lernen initiiert hat, sagt: „Die Studenten haben den Ort geliebt.“

Trotzdem ist nun Schluss. Laut Uni-Leitung war das Projekt „von vorneherein und von allen Beteiligten zeitlich befristet angelegt“, wie ein Sprecher der HNA mitteilt. Ursprünglich sollte es sogar nur bis zum 30. September 2017 bestehen bleiben. Dennoch ging es weiter – bis der Betrieb vorigen Oktober eingestellt wurde.

Asta-Chefin Eltzner weiß, dass der Kiosk von Anfang an befristet war. Trotzdem findet sie es „schade, dass er nicht weiter bestehen kann“. Derzeit planen Studenten einen Campusgarten, der nördlich vom Periptero neben dem Studierendenhaus entstehen soll.

Kasseler Uni-Leitung will nach documenta-Kiosk Platz für neue Projekte schaffen

Dort hätte der Pavillon ihrer Ansicht nach ebenfalls gut hingepasst, aber der Uni-Leitung sei er „nicht schick und urban genug“ gewesen. Sie klagt, dass der Campus vor allem aus Schotter und Beton bestehe. Auch Moving-School-Initiator Möller findet, dass „nun die wilden Ecken fehlen, weil alles glattgebügelt wird“.

Die Uni-Leitung hingegen betont, wie wichtig der Wandel sei: „Da von Seiten der Studierenden immer wieder neue, spannende Projektideen entstehen, ist es umso wichtiger, alte Projekte wie vereinbart abzuschließen.“ Mit dem Campusgarten könne nun ein „attraktiver und lebendiger Platz für alle“ entstehen, „der zum Verweilen einlädt“. Auch Eltzner und Möller freuen sich auf den Campusgarten: Mit ihm kann vielleicht Gras über den Konflikt wachsen.

Info: Die letzte Party am Periptero (Moritzstraße 19) findet am Freitag, 6. März 2020 von 16 bis 22 Uhr statt. Musik gibt es von Max Remmert von der Band Kalter Kaffee und DJ Inspektor Marek.

Video: Der Obelisk ist zurück in Kassel - Aufbau des documenta-Kunstwerks

Von Matthias Lohr

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.