Tag der Anerkennung von Freiwilligen

Dieses Kasseler Pärchen rettet Menschen beim Sanitätsdienst

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Ehrenamtlich tätig: Die Sanitäter Martin Kristan und Kim-Marie Scheil leisten in ihrer Freizeit Erste Hilfe auf Konzerten, Turnieren und Straßenfesten.

Kassel. Am Freitag ist Tag der Anerkennung von Freiwilligen. Für Martin Kristan und Kim-Marie Scheil spielt das keine große Rolle. Denn ihre Einsatzbereitschaft und Zuverlässigkeit im Notfall sind jeden Tag wichtig.

Das Pärchen engagiert sich beim Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) Nordhessen in Kassel als ehrenamtliche Sanitäter. Wenn es Konzertbesuchern schlecht geht, wenn jemand beim Fußballturnier umknickt – sie sind da.

„Wenn es uns nicht geben würde, dann könnten viele Veranstaltungen nicht stattfinden“, sagt Kim-Marie Scheil. Die 29-jährige Fotografin freut sich in der Regel auf ihre Einsätze. Soziale Kompetenz, Einfühlungsvermögen und Zuverlässigkeit – das seien die Fähigkeiten, die man als Sanitäter mitbringen muss. Auch ihr Lebensgefährte Martin Kristan ist begeistert von seinem Ehrenamt, das ihm auch im sonstigen Alltag Sicherheit gibt: „Wenn man an einen Unfallort kommt und eine Sanitäterausbildung hat, weiß man sofort, was man tun muss“, sagt Kristan.

Und was genau muss man im Ernstfall tun? „Zuerst stelle ich mich vor und prüfe damit, ob der Betroffene ansprechbar ist. Das A und O ist dabei: Ruhe bewahren“, sagt der 32-jährige Fachinformatiker. Und dann geht es an die jeweilige Behandlung. Stabile Seitenlage, Wundversorgung, Wiederbelebung – für das Sanitäterpärchen nichts, bei dem sie überlegen müssten.

Das würden sich die zwei nicht nur bei ausgebildeten Ersthelfern wünschen. „Es ist manchmal schon erschreckend, dass der Erste-Hilfe-Kurs bei vielen nur im Rahmen des Führerscheins gemacht wurde“, gibt Kristan zu bedenken. Das sei zu wenig. Denn schließlich ist es in Notsituationen das Schlimmste, nichts zu tun. „Den Notruf abzusetzen ist das Mindeste, das jeder machen muss – auch wenn man Berührungsängste hat“, sagt der 32-Jährige.

Wenn sie auf Sportveranstaltungen, Straßenfesten und Konzerten unterwegs sind, passieren aber nicht nur dramatische, sondern auch harmlose Zwischenfälle. „Manchmal ist es auch so, dass das gute Zureden schon reicht. Wenn ein kleiner Junge sein Knie aufgeschürft hat, braucht die Oma häufig die meiste Betreuung“, sagt Scheil.

Keinen Bock? Das gibt es bei den beiden Sanitätern natürlich nie. „Wir können nicht sagen: Ach, jetzt wäre ich aber lieber auf einer Party“, sagt Kristan. Meistens können sich die Freiwilligen zwar vorher in eine Liste eintragen, aber auch ein spontaner Einsatz kommt vor. Das macht dem Pärchen aber ohnehin nichts aus. Die Einsätze festigen den Zusammenhalt – auch als Paar. Schließlich sei Zuverlässigkeit eine Eigenschaft, die nicht nur im Freiwilligendienst, sondern auch in Beziehungen wichtig ist.

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