Mehr Geld für Backwaren

Dürre und Lohnkosten: Brötchen in Stadt und Kreis Kassel werden teurer

Kassel / Nieste. Das Frühstücks-Brötchen wird teurer. Erste Bäcker haben ihre Preise bereits erhöht, andere planen, es zu tun. Schuld daran sind vor allem steigende Lohnkosten und die Dürre in diesem Sommer.

Den Verbraucher kostet das dann zwar nur wenige Cent mehr, für die Bäcker ist die Erhöhung aber kaum zu umgehen.

Die Bäckerei Hermann aus Nieste etwa informiert ihre Kunden derzeit mit einem Schild auf der Ladentheke über eine Preissteigerung. Wegen der Erhöhung des Mehlpreises aufgrund des außergewöhnlichen Sommers sehe man sich leider gezwungen, einen kleinen Teil an die Kunden weiterzugeben, heißt es darauf.

Preise für Mehl um 25 Prozent gestiegen

Andreas Herrmann, Geschäftsführer der Bäckerei Hermann.

„Die Preise für Weizen- und Roggenmehl sowie Roggenvollkornschrot sind im Schnitt um 25 Prozent gestiegen“, sagt Andreas Hermann, Geschäftsführer der Bäckerei Hermann. Neben 40 Filialen in Niedersachsen und Thüringen betreibt er auch je einen Standort in Nieste und in Kassel. Bis zu 26 Euro habe ein Zentner Weizenmehl vor der Trockenzeit gekostet, jetzt seien es bis zu 34 Euro. „In all unseren Filialen haben wir deshalb unsere Preise im Schnitt um zehn Prozent erhöht“, sagt Hermann. Kunden zahlen jetzt für ein normales Brötchen 36 statt 34 Cent.

Auch andere Bäcker in Stadt und Landkreis Kassel denken über eine Preissteigerung bei ihren Backwaren nach, sagt Bernd Riede, Obermeister der Kasseler Bäckerinnung. Allerdings habe das nur am Rande mit dem gestiegenen Mehlpreis zu tun. „Die Tariferhöhung im Frühjahr und andere Mehrkosten schlagen viel stärker zu Buche“, sagt Riede. Der Mehlpreis sei heute fast nebensächlich. Den größten Anteil machten Lohn- und Energiekosten aus.

Auch Lohnkosten haben einen Einfluss

Auch Bäcker Hermann bestätigt, dass auch die Lohnkosten in den Preis einfließen: „In den vergangenen zwei Jahren mussten wir die Löhne deutlich erhöhen.“ Grund sei der anhaltende Fachkräftemangel. „Im Verkauf haben wir Einsteigern vor zwei Jahren noch neun Euro pro Stunde gezahlt. Jetzt sind es elf. Machen wir das nicht, bekommen wir keine Arbeitskräfte mehr“, so Hermann.

Bernd Riede, Obermeister der Kasseler Bäckerinnung.

Bernd Riede hat die Preise für seine Backwaren noch nicht erhöht. Noch bezieht er sein Mehl zum herkömmlichen Preis. Aber sein Lieferant, Friedrich Ebrecht von der Pariser Mühle im Stadtteil Philippinenhof-Warteberg, hat angekündigt, dass sein Mehl teurer wird. Während die Tonne Getreide im Frühjahr noch 170 Euro gekostet habe, läge der Preis jetzt bei 220 bis 230 Euro, sagt der Betreiber der einzigen Mühle in Kassel. Er müsse den Preis erhöhen, sagt Ebrecht. „Wir können das sonst nicht verkraften.“

Das weiß auch sein Kunde Riede. Auf das einzelne Brötchen gerechnet sei das auch kein größeres Problem, sagt er. Aber bei der Masse, die ein Bäcker produziert, schlage die Preissteigerung dann doch durch. „Irgendwie müssen wir das ja auch decken“, sagt Riede. Eine Preiserhöhung möchte er solange wie möglich hinauszögern. Doch kommen wird sie in absehbarer Zeit, glaubt er. Dann dürften die Brötchen generell etwa zwei bis drei Cent teurer werden.

Bereits vor einigen Wochen zeigte sich der Einfluss der diesjährigen Dürre auf andere Lebensmittel. Da die Kartoffelernte ebenfalls nicht gut ausfiel, könnten auch Pommes teurer werden.

Rubriklistenbild: © Patrick Pleul/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.