Schulleiter Arno Koch ist nach über 30 Jahren Schuldienst in den Ruhestand getreten

Max-Eyth-Schule Kassel verabschiedet Direktor Arno Koch

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Abschied: Schulleiter Arno Koch präsentiert anlässlich seines Abschieds von der Max-Eyth-Schule seine großartigen Naturfotos. 

Kassel. Im Verwaltungstrakt der beruflichen Max-Eyth-Schule ist eine beeindruckende Ausstellung mit Fotos von Wildtieren zu sehen. Sie ist das Abschiedsgeschenk von Direktor Arno Koch an seine Schule, an der er seit mehr als 30 Jahren gewirkt und von der er sich gestern in den Ruhestand verabschiedet hat.

„Ich wollte auch zeigen: Seht her, es gab für mich auch ein Leben außerhalb der Schule und ich werde mich als Pensionär gewiss nicht langweilen“, sagte Arno Koch.

Aber davon ist bei diesem umtriebigen Pädagogen auch niemand ausgegangen. Viele der Fotos hat Koch (62) vor Schulbeginn im Park Schönfeld oder in der Aue aufgenommen, auf seinem Weg zur Schule, den er stets mit Fahrrad und Kamera zurückgelegt hat. Selbstredend ist der quirlige Mann Frühaufsteher.

Generalsanierung

Koch war als Maschinenbauingenieur bei der AEG in der Entwicklungsabteilung tätig, bis er wegen des ersten Kindes der Familie in Elternzeit ging. Gleichzeitig begann er Berufspädagogik zu studieren. Das Unterrichten und der Umgang mit jungen Menschen habe ihn seit jeher interessiert. Das rühre auch aus seinem Engagement in der christlichen Jugendarbeit.

1983 fing er – ideal gerüstet für die Arbeit an einer beruflichen Schule mit den Schwerpunkten Maschinenbau und Elektrotechnik – als Lehrer an der MES an. 2000 wurde er stellvertretender Leiter, was seinerzeit die Leitertätigkeit beinhaltete. Von 2003 an war Koch offiziell der Direktor. Seitdem hat sich eine Menge verändert. „Eigentlich alles“, sagt Koch und lacht.

Einschneidendste Veränderung war die Generalsanierung des Schulgebäudes an der Artilleriestraße (offiziell Weserstraße 7A). Sie erstreckte sich in der Zeit von 2002 bis 2009 mit frappierendem Ergebnis. Spektakulär war die Integration der historischen Zeughausruine in einen modernen neuen Cafeteria-Bau. Koch und sein Stellvertreter Thomas Islei sind überzeugt, dass das modernisierte Schulgebäude bis heute positive Auswirkungen auf die Schüler hat. Die Architektur spiegele die Transparenz und Offenheit der Schule wider. Die Schüler gingen respektvoll mit ihrer Schuleinrichtung um und hielten sich gerne im Gebäude auf. Zu den Meilensteinen in der Chronik gehört 2014 die Anerkennung als Selbstständige Schule. Voraussetzung war eine „konsequente und zielgerichtete Schulentwicklung“. Im vergangenen Jahr kam zu den MES-Lorbeeren der mit 10 000 Euro dotierte Arbeitgeberpreis für die „Förderung und Begeisterung von Mädchen und jungen Frauen für Technik und Digitalisierung“ hinzu. Eine Auszeichnung, auf die Koch besonders stolz ist. Koch, der die MES über Jahrzehnte geprägt hat, der die 2300 Schüler und 110 Lehrer mit seiner verbindlichen und freundlich-zugewandten Art zu einer Gemeinschaft geformt hat (entsprechend dem Schulmotto „miteinander erfolgreich sein“) hinterlässt seinem nicht benannten Nachfolger ein bestens bestelltes Feld. „Ich kenne keinen Menschen, der zu allen Fragen der Welt eine so differenzierte, durchdachte Meinung hat“, sagte Islei über Koch und bedankte sich im Namen der Kollegen von einem Schulleiter, der „immer auf Augenhöhe mit uns zusammengearbeitet hat“.

Jetzt, so Koch, warte die Familie mit fünf Enkelkindern, die Kirchengemeinde, die Gitarre, das Fahrrad, die Kamera und die Bahn-Card darauf, dass sich ihnen der Pensionär mit etwas mehr Zeit widmet.

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