Alles nach Denkmalschutz

Keine goldene Wasserhähne: Leer stehende Häuser in der Belgischen Siedlung werden saniert

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Er ist für die Belgische Siedlung in Kassel zuständig: Thomas Settelmayer ist Leiter der Vermögensverwaltung der Deutschen Invest Immobilien-Gruppe.

Die Belgische Siedlung in Wehlheiden hat seit 2018 einen neuen Eigentümer. Der hat mit der Sanierung der leer stehenden Häuser begonnen. Die Nachfrage danach ist groß. 

„Wir machen hier keine Luxussanierung, wir bauen keine goldenen Wasserhähne ein“, sagt Thomas Settelmayer. Er ist Leiter der Vermögensverwaltung der Deutschen Invest Immobilien (d.i.i.). Das Wohnungsunternehmen (siehe Hintergrund) hat im Jahr 2018 die Belgische Siedlung in Wehlheiden gekauft. Bis auf zwei Häuser, die die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) vor zwei Jahren direkt an die Mieter veräußerte.

Die übrigen 74 Einfamilienhäuser will die d.i.i.-Gruppe auf alle Fälle behalten, sagt Settelmayer. Man habe inzwischen mit der Sanierung der leer stehenden Häuser, die alle einen Balkon und Garten, einen Keller und zwei Etagen haben, begonnen. Es gibt zwei Häusertypen: Gebäude mit einer Wohnfläche von 138 Quadratmetern und mit 124 Quadratmetern. „Sie sind für Familien mit zwei bis drei Kindern gedacht“, sagt Settelmayer.

Drei der elf leer stehenden Reihenhäuser aus dem Jahr 1952 sind bereits saniert worden. Da diese zum Teil über Jahre leer gestanden hätten, sei der Zustand sehr schlecht gewesen, sagt Settelmayer. Neue Fenster, neue Heizung, neue Bäder und neuer Fußboden wurden hier eingebaut, um einen zeitgemäßen Standard zu schaffen. Alles nach Vorschriften des Denkmalschutzes der Stadt Kassel, mit dem man sehr gut zusammenarbeite.

„Aber eben keinen Luxus“, sagt Settelmayer. Auf den Böden habe man zum Beispiel bewusst kein Parkett verlegt, sondern einen PVC-Boden in Holzoptik. Zwei der sanierten Wohnungen habe man schon neu vermietet, die eine für 9,10 pro Quadratmeter (kalt), die andere für 9,50 Euro. Man gehe davon aus, dass die Mieter durch die Sanierung an den Nebenkosten sparen würden. Die Nachfrage sei jedenfalls groß.

Vorher: So sehen derzeit die Obergeschosse der unsanierten leer stehenden Häuser der Siedlung aus.

Und was passiert mit den Bestandsmietern, die derzeit sehr unterschiedliche Mieten zahlen? Laut Settelmayer liegt die Durchschnittsmiete in der Siedlung bei 5,13 Euro (kalt), variiere aber sehr stark. Manche Mieter zahlten 4,22 Euro für den Quadratmeter, andere 8,50 Euro. Da müsse man sich den regionalen Mietspiegel anschauen und im Einzelfall prüfen, ob im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten etwas geändert werde.

Nachher: Ein durch den neuen Eigentümer saniertes Bad in der Belgischen Siedlung.

Fest steht, dass die d.i.i.- Gruppe nicht nur in die leer stehenden Wohnungen investieren will, sondern in das komplette Areal. Bei allen Häusern sollen die Fenster ausgewechselt und die Fassaden (Risse beseitigen, neuer Anstrich) erneuert werden. Wenn erforderlich, sollen neue Heizungen eingebaut und Balkone ausgebessert werden. Zudem stehe die Erneuerung der Garagen auf dem Plan. Der Zeitraum für die Sanierung müsse noch abgestimmt werden.

Hintergrund

Die d.i.i.-Gruppe ist ein Wohnungsunternehmen und Bestandsentwickler von Wohnimmobilien. Der Aufbau und das Management von Wohnimmobilien-Portfolios für institutionelle und private Investoren sowie für den eigenen Bestand bilden das Kerngeschäft. Über geschlossene d.i.i.-Immobilienfonds werden privaten und institutionellen Investoren Beteiligungsangebote an Wohnimmobilien in Deutschland zugänglich gemacht, die von der d.i.i.-Gruppe entwickelt und betreut werden. Erworben werden dazu bevorzugt Wohnimmobilien mit hohem Wertsteigerungspotenzial in B-Städten.

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