Hilfe in der Not

Pannenhelfer im Dienst: Unterwegs im Abschleppwagen mit Florian Lenz

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Am liebsten mit dem Abschleppwagen unterwegs: Pannenhelfer Florian Lenz von der Firma Aschenbrenner in Kassel ist gern auf alles vorbereitet. 

Florian Lenz ist als Pannenhelfer zwischen Wolfhagen im Westen und Großalmerode im Osten, zwischen Melsungen im Süden und Hümme im Norden unterwegs.

Am liebsten fährt er den großen Abschleppwagen. Der schwarze VW-Passat steht auf der A7 in Richtung Göttingen – am Ende der Baustelle, zwischen der linken und der mittleren Spur. Pannenhelfer Florian Lenz lenkt den großen Abschleppwagen von der Fahrbahn hinter den Passat. „Es ist während der Fahrt einfach ausgegangen“, sagt der Mann, der neben dem Auto steht.

Der Pannenhelfer sieht sich das Auto zunächst an und prüft, ob er vor Ort helfen kann. „Könnte der Zahnriemen sein“, schätzt Lenz. Genau sei das vor Ort schwer zu sagen. Keine der Kontrollleuchten zeige etwas an. „Zuerst muss der Wagen sowieso von der Autobahn runter“, stellt er fest.

Als ADAC-Plus-Mitglied hat der Fahrer des Passat Anspruch darauf, dass sein Auto entweder zu ihm nach Hause oder zur nächsten Vertragswerkstatt gebracht wird. Die Wunschwerkstatt des Mannes aus Hann. Münden liegt in Borken. „Dahin kann ich Sie leider nicht bringen, das übernimmt der ADAC nicht“, sagt Lenz. Deshalb stellt er den Wagen zunächst in der Nähe der Autobahn ab.

Bereits seit sechseinhalb Jahren arbeitet Florian Lenz für die Firma Aschenbrenner in Kassel. Er ist als Pannenhelfer zwischen Wolfhagen im Westen und Großalmerode im Osten, zwischen Melsungen im Süden und Hümme im Norden unterwegs. 

Am liebsten fährt er den großen Abschleppwagen. „Dann bin ich für alle Fälle gerüstet und kann zur Not direkt abschleppen“, erzählt er. Der gelernte Kfz-Mechaniker liebt seinen Job.

„Jeder Tag ist anders, und ich weiß vorher nie, was mich erwartet“, sagt Lenz, der ursprünglich aus Butzbach im Wetterau-Kreis kommt. Nach seiner Ausbildung ging er zur Bundeswehr, wo er Zeitsoldat war. Vor zehn Jahren kam er dann nach Kassel und arbeitete zunächst als Lkw-Fahrer, bevor er als Pannenhelfer anfing.

„Im Sommer ist auf der Autobahn am meisten los“, sagt er. Viele sind in den Ferien auf dem Weg in den Urlaub. „Früher war der Winter eine zweite Hochsaison für uns. Das hat sich geändert“, erzählt Juniorchef Robert Pötter. Das läge an den milderen Wintern. 

Immer weniger ganz alte Autos

Auch die Pannen selbst hätten sich in den vergangenen Jahren verändert. Das läge daran, dass neuere Autos unterwegs sind. „Es gibt immer weniger von den ganz alten Autos“, sagt Lenz. Die neuen Autos ließen sich vor Ort kaum noch reparieren und müssten deswegen häufiger abgeschleppt werden.

Am häufigsten wird er zu einfachen Pannen gerufen. Je nach Situation ist der 41-Jährige oft mehr als nur ein Pannenhelfer. Manchmal ist er für die Betroffenen auch Seelsorger. „Die Menschen stehen sehr unter Stress, weil es natürlich eine Ausnahmesituation ist“, sagt er. Es gäbe auch Kunden die unfreundlich oder aggressiv reagierten. „Meistens schaffe ich es, sie zu beruhigen. Wir müssen uns aber auch nicht alles gefallen lassen“, sagt er.

67-Jähriger aus Frankfurt braucht seine Hilfe

Der nächste Kunde, Hans Georg Schild, ist mit seinem Auto hinter dem Dreieck Kassel-Süd auf der A7 liegen geblieben. Der 67-Jährige aus dem Raum Frankfurt ist auf dem Weg nach Hause und möchte gern noch am selben Tag weiter. Mit seinem Auto.

„Das wird schwierig“, sagt Lenz. Der Schaden an dem Auto kann nicht so schnell repariert werden. Die einzige Möglichkeit wäre, das Auto mit einem der Abschleppwagen nach Frankfurt zu bringen. 

„Wir müssen aber erst mal schauen, ob wir einen Fahrer haben, der frei ist“, ergänzt er. Einige Anrufe später haben sie einen Fahrer gefunden, und der Mann kann nach Frankfurt. 

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