Vor zehn Jahren wurde das Landesabitur eingeführt

Startschuss für das Abitur 2017: Kasseler Schüler brüten ab heute über den Prüfungen

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Abi-Wünsche wecken Erinnerungen: Heidelore Wilke schaut sich Abiturbanner am Friedrichsgymnasium an der Humboldtstraße an. Sie hat selbst vor 55 Jahren an der Heinrich-Schütz-Schüle in Kassel Abitur gemacht. 

Kassel. Kassels Gymnasien sind wieder geschmückt. Hunderte von Abi-Plakaten und -banner sollen – wie in den vorangegangenen Jahren – den Abiturienten Mut machen.

Denn heute ist es soweit: In Hessen fällt der Startschuss für das Abitur 2017. Die ersten Prüfungen werden heute im Fach Englisch geschrieben, am Freitag folgt Chemie, nächste Woche Mittwoch steht Mathe an. In Kassel brüten 1434 Schüler (inklusive der Landkreis-Gymnasien Herderschule und Georg-Christoph-Lichtenberg-Schule) über den Prüfungen. 2016 waren es 1360 Abiturienten an allgemeinbildenden und beruflichen Schulen in Kassel. In ganz Hessen sind es in diesem Schuljahr 25.500 Prüflinge. Vor zehn Jahren waren es 23.200.

Zehn Jahre Landesabitur
Im Kultusministerium wird in diesem Jahr zudem zehn Jahre Landesabitur gefeiert. Das bedeutet, dass Abiturienten in Hessen seit zehn Jahren ihre Hochschulreifeprüfung nach einheitlichen Kriterien ablegen. „Das hessische Abitur steht wieder für Qualität“, lautet das Resümé von Kultusminister Prof. Dr. Alexander Lorz. Ziel der Einführung 2007 sei es gewesen, „größtmögliche Objektivität für die Schüler und damit verbunden eine landesweite Vergleichbarkeit der Ergebnisse sowie eine Verlässlichkeit des höchsten Schulabschlusses“ zu erreichen.

Das hessische Modell kombiniert vom Kultusministerium vorgegebene schriftliche Aufgaben mit von Lehrern vor Ort erarbeiteten mündlichen Prüfungsteilen. Der Notenschnitt des ersten Landesabiturs lag bei 2,48. Im vergangenen Jahr wurde in Hessen die Durchschnittsnote 2,40 erzielt.

In diesem Jahr erstmals ein gemeinsamer Aufgabenpool
Von diesem Jahr an gibt es eine Neuerung: Im Landesabitur kommt erstmals ein von der Kultusministerkonferenz ins Leben gerufener gemeinsame Aufgabenpool zum Einsatz. Aus diesem Pool können die Länder in den Fächern Deutsch, Mathematik sowie den seit der Mittelstufe durchgängig besuchten Fremdsprachen Englisch und Französisch jeweils mindestens eine Aufgabe für ihre Abiturprüfungen entnehmen. „Durch einen bundesweiten Standardisierungsprozess soll die Vergleichbarkeit der Abschlüsse gesteigert werden“, sagt dazu Schulamtsdirektorin Sabine Schäfer vom Staatlichen Schulamt in Kassel. Die Schüler seien im Unterricht auf die Lösung der Aufgaben gut vorbereitet worden. Die Lehrer konnten Lern- und Prüfungsaufgaben nutzen, die ihnen mit den Bildungsstandards zur Verfügung gestellt wurden.

Mit der Erstellung der Prüfungsaufgaben waren 170 Lehrer aus ganz Hessens betraut. Insgesamt wurden rund 500 Vorschläge erarbeitet, von denen 340 bereitgestellt wurden. Laut Ministerium werden derzeit für die naturwissenschaftlichen Fächer nationale Bildungsstandards für die Allgemeine Hochschulreife entwickelt.

Die meisten wählten Mathe

Spitzenreiter der meistgewählten Fächer in den schriftlichen Abiturprüfungen ist in diesem Jahr hessenweit die Mathematik (Pflichtfach, schriftlich oder mündlich) mit 18 700 Schülern. Nach Angaben des Kultusministeriums folgen Englisch mit 11 600, Deutsch (ebenfalls Pflichtfach) mit 9400, Biologie mit 7700, Politik und Wirtschaft mit 5800 und Geschichte mit 4000 Prüflingen.

Anforderungen sind besser vergleichbar

Hofft auf gute Abiprüfungen: Sabine Schäfer.

Bei dem neuen Abituraufgabenpool handelt es sich um einen Fundus an Abiturprüfungsaufgaben in den Fächern Deutsch, Mathematik, Englisch und Französisch, der allen Ländern ab diesem Jahr für den Einsatz in ihrer schriftlichen Abiturprüfung zur Verfügung steht. Mit dem Aufgabenpool wird die Vergleichbarkeit der Abituranforderungen zwischen den Ländern erhöht. Da die Aufgaben auf Basis der 2012 verabschiedeten Bildungsstandards für die Allgemeine Hochschulreife entwickelt wurden, sind sie laut Kultusministerium Instrumente für die Einarbeitung der Bildungsstandards in den Schulen.

Sabine Schäfer vom Schulamt in Kassel sagt: Eine größere Umstellung erfolgt mit dem Abitur 2019, das die Kerncurricula zur Grundlage haben wird. Dazu haben Schulen im Herbst Beispielaufgaben erhalten, sodass auch hier alle Schüler bestmöglich vorbereitet werden können.

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