Ein Interview mit den Schwestern Noëmi und Madita

"Weil es da Ostereier gibt" - Was Kinder über Ostern denken

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Der Stolz der Schüler: Madita (links) und Noëmi halten die Lämmer Oreo und Keks auf dem Arm.

Welche Bedeutung hat Ostern eigentlich für Kinder? Was wissen sie darüber? Und was erwarten sie von diesem Fest? Wir haben uns mal bei zwei Schwestern umgehört, die beide in die Freie Schule Kassel auf der Marbachshöhe gehen.

Noëmi ist sieben Jahre alt und geht in die erste Klasse, ihre Schwester Madita ist zehn und Viertklässlerin. Erfreut zeigen sie beim Interviewtermin den Stolz der Freien Schule Kassel: Schafe und Lämmer, um die sich die Schüler kümmern. Nach ein paar Streicheleinheiten für die Tiere beginnt das Gespräch über Ostern.

Noëmi und Madita, freut ihr euch denn auf Ostern?

Noëmi: Ja, total, weil wir zu Oma fahren, und wir Oma nicht so oft sehen. Ich bin schon total aufgeregt.

Madita: Oma wohnt nämlich in Ansbach. Ich freue mich aber auch auf Ostern, weil es da Ostereier gibt. Die versteckt Oma immer.

Noëmi: Wir suchen die Ostereier dann.

Madita: Es gibt bei Oma zwei Beete. Auf dem einen sind meine Ostereier versteckt, auf dem anderen Noemis.

Noëmi: Einmal hat Oma ein Ei in einem Lavendelbusch versteckt. Das hat sie selbst kaum mehr gefunden. Wir haben aber Glück.

Warum?

Noëmi: Weil Opa gleich neben Oma wohnt und auch noch Eier versteckt. Manchmal gibt es auch Schokohasen.

Einen Osterhasen?

Noëmi: Ich glaube nicht mehr an den Osterhasen, das ist mehr was für kleine Kinder. Die glauben noch, dass der Osterhase herumhoppelt und die Ostereier versteckt.

Wie sieht es mit dem Osterlamm aus?

Noëmi: Bei Oma gibt es immer ein Osterlamm, das aus Teig gebacken ist. Ich mag das aber nicht so wegen der Glasur. Da ist Puderzucker drauf. Das schmeckt mir nicht.

Madita: Das schmeckt immer so süß.

Hier an der Schule habt ihr ja sogar echte Schafe und Lämmer.

Noëmi: Ja, wir haben jetzt drei Schafe und drei Lämmer. Vier Schafe dürfen immer hier sein. Zwei Lämmer müssen wir also noch abgeben. Aber unsere Klassenlehrerin bemüht sich immer, dass kein Lamm geschlachtet werden muss.

Leben an der Freien Schule in Kassel: Schaf Pünktchen und Lamm Blacky

Wisst ihr denn auch, warum wir Ostern feiern?

Madita: Ich weiß, dass Jesus gestorben ist. Er ist verfolgt und umgebracht worden. Und zu Ostern ist er dann auferstanden und den Leuten erschienen.

Noëmi: Man stirbt deshalb nicht komplett, weil die Seele ja am Leben bleibt. Die wird dann umgewandelt. Aber mehr weiß ich auch nicht.

Ist denn Ostern in der Schule Thema?

Madita: Bei uns nicht wirklich. Aber bei den anderen schon.

Noëmi: Wir haben die Fenster angemalt – mit Wiesen und Bäumen, einem See und Enten und Ostereiern. Nur die Jungs haben Fußbälle ans Fenster gemalt.

Habt ihr denn auch Ostereier gefärbt?

Noëmi: Das haben wir auch schon mal gemacht. Da haben wir die Eier in einen Topf gelegt und dann mit Wasserfarbe bemalt. Das hat Spaß gemacht.

Wünscht ihr euch denn außer Ostereiern und Schokohasen sonst noch etwas zu Ostern?

Noëmi: Ich habe mir noch eine Kette gewünscht, die ganz am Hals anliegt. Die ist schwarz oder blau, und man kann Perlen dranhängen.

Madita: Die gibt es auch in bunt.

Noëmi: Hoffentlich bekomme ich eine.

Warum eigentlich Osterlamm?

Das Osterlamm ist seit frühester christlicher Überlieferung ein Symbol für Jesus Christus. Das christliche Osterfest hat Wurzeln im jüdischen Pessach-Fest. So wie einst das Blut der Lämmer an ihren Türpfosten den Juden die gnadenhafte Rettung aus der ägyptischen Knechtschaft ermöglichte, so rettet in der christlichen Tradition Jesus Christus die Menschen mit seinem Kreuzestod vor Sünde und ewiger Verdammnis. Und so wie das Lamm stets als Zeichen der Unschuld und des Lebens gesehen wird, so wird auch Christus als unschuldig angesehen – nicht anders denkbar bei dem Sohn Gottes. Osterlämmer gelten als Symbol für Versöhnung und Neuanfang.

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