120 Termine im nächsten Jahr

Zisselkönigin im Porträt: Melina Schmitt ist stolze Kasselänerin

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Weiß sich vor der Kamera zu bewegen: Melina Schmitt (21) ist die neue Zisselkönigin von Kassel. 

Kassel. Melina Schmitt ist die neue Zisselkönigin. Die 21-Jährige will das Wasserfest ganz spontan regieren. 

„Ich liebe Hering“, sagt Melina Schmitt. Zugegeben, diesen Satz hört man eher selten aus dem Mund einer Königin. Vielleicht war es das, was der 21-Jährigen vor knapp sieben Wochen die Gunst der Wähler eingebracht hat. Vielleicht waren es aber auch die frechen Sprüche, mit denen sich Melina von ihren Konkurrentinnen abgesetzt hat. Eins steht jedenfalls fest: Der nordhessische Schmandhering wird der 21-Jährigen im nächsten Jahr noch öfter begegnen. Melina Schmitt ist die neue Zisselkönigin 2018 – und wird für ein Jahr das große Wasserfest Nordhessens vertreten.

Schmitt ist "stolze Kasselänerin"

„Das war der schönste Tag in meinem Leben“, sagt Melina. „Aber das sagt wahrscheinlich jede Zisselkönigin.“ Die medizinische Fachangestellte weiß, wo ihre Stärken liegen: „Man muss offen sein und vor allem ein fröhlicher Mensch, um Zisselkönigin zu werden“, sagt Melina. Außerdem müsse man Kassel ganz einfach lieben. Die Vellmarerin weiß, wovon sie spricht. Am Wahlabend erhielt sie tosenden Applaus für ihr Statement: „Ich bin eine gebürtige und stolze Kasselänerin.“ Jubel im Publikum.

Ein straffer Terminplan

Und es sollte noch besser kommen: Während alle anderen Amtsanwärterinnen beim Abschied klassisch winkten, machte Melina einen Hofknicks. Applaus in der Jury. Die Zuschauer überzeugt die selbstsichere Art der 21-Jährigen, die sich dann auch noch mit den Worten „das Beste kommt zum Schluss“ vorstellt. „Das ist mir einfach rausgerutscht“, sagt Melina. Im Publikum habe sie damit für so einige Lacher gesorgt.

Ganz so selbstsicher ist die 21-Jährige dann aber doch nicht. Die designierte Zisselkönigin hat sich sogar ein Ziel gesetzt: „Ich will meine Schüchternheit ablegen“, sagt sie. „Vor Leuten sprechen ist immer noch nicht so mein Ding.“ Beim Warten auf der Bühne sei ihr vor Aufregung sogar schlecht geworden. „Ich konnte nichts von dem schönen Buffet essen“, erinnert sich die 21-Jährige. In ihrem „bürgerlichen“ Leben hat Melina gleich zwei Jobs. Wenn sie nicht gerade als medizinische Fachangestellte arbeitet, veranstaltet die 21-Jährige sogenannte „Putzpartys“, also eine Art Tupperparty – nur eben mit Putzutensilien.

Und als wäre das nicht schon genug, arbeitet Melina Schmitt auch noch ehrenamtlich bei den Johannitern. „Das will ich auch niemals abgeben“, sagt die Vellmarerin, deren großer Traum es ist, einmal die Ausbildung zur Rettungssänitäterin zu machen. Als Zisselkönigin stehen im nächsten Jahr mindestens 120 Termine für sie an. Einige Highlights hat Melina schon hinter sich, darunter eine Umarmung des Bürgermeisters und ein Auftritt beim Brüder-Grimm-Festival. Auf das Fest im August wird sich Melina nicht besonders vorbereiten. „Spontan läuft am besten“, sagt sie – und freut sich auf den Zissel, bei dem es sogar einen fünf Meter langen Häring geben wird. Leider ist der eine Nachbildung aus Polyester.

Zur Person

Melina Schmitt, geboren in Kassel, ist 21 Jahre alt und lebt mittlerweile in Vellmar. Die gelernte medizinische Fachangestellte arbeitet halbtags in einer Praxis, die restliche Woche ist sie als selbstständige Vertriebspartnerin für einen Reinigungsartikel-Hersteller unterwegs. Nebenbei hilft die 21-Jährige ehrenamtlich bei den Johannitern aus. Ihre Freizeit verbringt Melina am liebsten an der frischen Luft, im Kasseler Bergpark oder auf dem Wasser: Sei es zum Schwimmen im See oder zum Tretboot-Fahren auf der Fulda, die designierte Zisselkönigin macht ihrem Namen mit der Liebe zum Wasser alle Ehre. Am Wahlabend musste sich Melina einer Jury und dem Publikum stellen – und das in zwei verschiedenen Outfits. Außerdem musste sie mit einer Choreografie und einer Rede überzeugen.

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