Urteil des Arbeitsgerichts

Stadt unterliegt Sekretärin: Abmahnung muss aus Personalakte

Froh über das Urteil: Cornelia Harig und ihr Mann Bernd, der sie bei allen Terminen vor dem Arbeitsgericht begleitet hatte. Foto: Ludwig

Kassel. Die Stadt muss die Abmahnung gegen die ehemalige Rathaussekretärin Cornelia Harig aus der Personalakte entfernen. Dies entschied am Freitag das Kasseler Arbeitsgericht, nachdem mehrere Vergleichsversuche gescheitert waren.

Richter Wolfgang Oberbossel begründete sein Urteil mit der Unverhältnismäßigkeit der Sanktion. Die 61-Jährige Kasselerin, die bereits in Altersteilzeit ist, zeigte sich zufrieden mit dem Urteil. Ihr war von der Stadt vorgeworfen worden, Dienstgeheimnisse nach außen getragen zu haben.

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Wie die HNA berichtete, hatte Harig im Sommer 2012 einen groben Verstoß ihrer Chefin ans Licht gebracht. Die frühere Amtsleiterin des Revisionsamtes Jutta Bott hatte ihre Doktorarbeit von einer anderen Sekretärin in der Arbeitszeit abtippen lassen. Harig teilte dies, nachdem sie sich an das Personalamt und den Oberbürgermeister gewandt hatte, den Fraktionen mit. Darin sah die Stadt einen Verstoß gegen die Dienstvorschriften.

Richter Oberbossel sagte bei der Urteilsbegründung, dass zwar sehr wohl Verstöße gegen Verwaltungsvorschriften angemahnt werden könnten, aber in Abwägung mit den aufgedeckten Missständen sei die Abmahnung unverhältnismäßig. Maximal sei eine Ermahnung angebracht gewesen, die der Richter im Vergleich auch vorgeschlagen hatte. Dieser Vergleich war von Harig abgelehnt worden.

Die Stadt will nun zunächst die schriftliche Urteilsbegründung abwarten. Anschließend solle darüber entschieden werden, ob Berufung eingelegt wird. Die Kosten des bisherigen Verfahrens muss die Stadt tragen.

Von Bastian Ludwig

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