Autofahrer ärgern sich

Zahlreiche Staus und Baustellen: Stadt weist Vorwürfe zurück

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Kein Durchkommen: Selten gab es für Autofahrer so viele Behinderungen durch Baustellen wie dieser Tage. Unser Foto zeigt einen Stau auf der Fünffensterstraße vor der Tompete. Foto:  Schachtschneider

Kassel. Wer derzeit in der Innenstadt mit dem Auto unterwegs ist, muss Zeit und Nerven haben. Eine Baustelle reiht sich an die nächste. Doch die vielerorts entstandene Kritik, dass im Rathaus offenbar niemand Sorge trage, die Baustellen zu koordinieren, weist die Stadt entschieden zurück.

An der Trompete (Kino Cinestar) wird bis Mitte Juni der Abwasserkanal aus dem Jahr 1890 auf 270 Metern erneuert. Zu dieser Baustelle (die Frankfurter Straße ist vom Friedrichsplatz bis zur Fünffensterstraße derzeit nur einspurig) kommt eine weitere Sperrung auf der Fünffensterstraße. Das Bestattungsunternehmen Buhle hat ein Gerüst aufgestellt, daher ist eine Fahrbahn gesperrt.

Damit nicht genug. Die Friedrichsstraße ist ebenfalls gesperrt, die Friedrich-Ebert-Straße sowieso. Und Ende Mai wird auch noch die Wilhelmshöher Allee zwischen Brüder-Grimm-Platz bis zum Autohaus Glinicke am Königstor in beide Richtungen einspurig.

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Kritik, dass im Rathaus offenbar niemand Sorge trage, die Baustellen zu koordinieren, weist die Stadt zurück. Nach Angaben von Heiko Lehmkuhl, stellvertretender Leiter des Straßenverkehrsamtes, gibt es ein Koordinationsgruppe - bestehend aus Vertretern der Stadt, Städtischen Werke, Kasseler Verkehrsgesellschaft, Telekom, Kasselwasser, Polizei und Feuerwehr -, die alle vier Wochen tagt. Monatlich werde abgestimmt, welche Baustellen eröffnet würden. Dabei werde auch abgesprochen, ob zum Beispiel Baumaßnahmen von Städtischen Werken und Kasselwasser gleichzeitig erledigt werden könnten, um die Straße nicht zweimal hintereinander aufzureißen. Zudem gebe es auch eine verkehrliche Abstimmung.

Die beschriebene aktuelle Baustellenhäufung in der Innenstadt verteidigt Lehmkuhl. Allerdings räumt er ein, dass der Bestatter Buhle das Gerüst, das durch die Stadt genehmigt worden ist, besser zu einem späteren Zeitpunkt hätte aufstellen sollen.

Nach Lehmkuhls Ansicht handelt es sich an der Trompete ansonsten aber um keine „außergewöhnliche Baustelle“. Auch die einspurige Wilhelmshöher Allee ab Ende Mai sieht er nicht als Problem. In diesem Bereich sei die Wilhelmshöher Allee weniger stark belastet, so dass eine Fahrspur ausreiche.

Archiv-Fotos: Stau in der Kasseler Innenstadt

Stau in der Kasseler Innenstadt

Lehmkuhl weist zudem daraufhin, dass zwei Jahre lang zwei Großveranstaltungen geplante Bauarbeiten in Kassel blockierten.

Durch die documenta 2012 und den Hessentag im Vorjahr müssten jetzt Arbeiten nachgeholt werden, die wegen der Veranstaltungen nicht möglich gewesen seien. „Wir müssen dafür sorgen, dass die Infrastruktur in Kassel nicht verfällt“, sagt Lehmkuhl. Derzeit werde pro Jahr in den Straßen- und Tiefbau rund zehn Millionen Euro investiert.

Um die Staus im Innenstadtbereich zu meiden, rät Lehmkuhl Arbeitnehmern mit Gleitzeit, nicht zwischen 7.30 Uhr und 8 Uhr diesen Bereich zu passieren.

Zudem bedauert er, dass viele Autofahrer in Kassel sich nicht trauen, das Reißverschlussverfahren bei der Verringerung auf einen Fahrstreifen nicht anwenden. (use)

Video: Baustellen behindern Verkehr auf Ausfallstraßen

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