Grund: zu hohe Kosten

Kassel will sich von 25 Gebäuden trennen

Kassel. Der geplante Verkauf der Heinrich-Steul-Schule im Stadtteil Forstfeld ist nur der Anfang: Die Stadt Kassel will sich von weiteren Gebäuden trennen. Der Bestand soll nach dem Willen von Stadtbaraut Christof Nolda (Grüne) um zehn Prozent schrumpfen.

Dies würde bedeuten, dass sich die Stadt von 25 Häusern trennt. Welche das sind, ist unklar. Noch sind 247 Gebäude in städtischem Eigentum. Die Stadt schafft es nicht, sie angemessen zu unterhalten. Um den Bestand in Schuss zu halten, müsste sie Jahr für Jahr 7,5 Millionen Euro aufbringen. Ausgegeben werden aber nur fünf Millionen Euro. Die Bauunterhaltung geschieht also nicht in dem Umfang, wie es nötig wäre.

Das hat zur Folge, dass die Stadt immer wieder kurzfristig reagieren muss, weil unerwartet Mängel an einzelnen Gebäuden zutage treten. Seit 2002 hat die Stadt rund 274 Millionen Euro in ihren Gebäudebestand sowie in Neubauten gesteckt. 155 Millionen Euro gingen in Neu- und Erweiterungsbauten, weitere 119 Millionen Euro wurden für Sanierungen aufgebracht. Nicht genug, um den Werterhalt zu sichern. Die Stadt zehrt von der Substanz.

Allein die 65 städtischen Schulgebäude weisen laut Nolda einen Sanierunsbedarf von 91,3 Mio. Euro auf - zum großen Teil aufgrund unterlassener Instandsetzungen in den vergangenen Jahren. Außer Schulen unterhält die Stadt zum Beispiel Bürgerhäuser und Sporthallen, Büchereien und Museen. Der Neubauwert ihrer Immobilien wird auf 780 Mio. Euro geschätzt.

„Die Kommunen sind schlechte Immobilienbesitzer, weil sie nicht genug Geld für die Instandhaltung aufwenden“, sagt Nolda. Angesichts des knappen Budgets müsse der Bestand auf den Prüfstand. So sei zu überlegen, ob es Aufgabe der Stadt sei, Bürgerhäuser zu unterhalten. Generell müssten die Gebäude so beschaffen sein, dass eine flexible Nutzung möglich sei. (els)

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