350 Mitarbeitern sollen in Neubau einziehen

Stadtbad Mitte-Gelände: Kasseler Regierungspräsidium wird Hauptmieter

Die Vorarbeiten laufen: Noch sind die Abrissarbeiten auf dem Gelände des ehemaligen Stadtbads Mitte nicht abgeschlossen. Die eigentlichen Bauarbeiten sollen im nächsten Jahr beginnen. Foto: Koch

Kassel. Das Kasseler Regierungspräsidium (RP) wird mit 350 Mitarbeitern in den geplanten Neubau auf dem Gelände des abgerissenen Stadtbads Mitte einziehen. Die Bauarbeite sollen Anfang 2015 beginnen.

In dem Neubau an der Mauerstraße/Ecke Kurt-Schumacher-Straße sollen die zentrale Bußgeldstelle, die Beihilfestelle und das mit hoheitlichen Aufgaben befasste Dezernat mit der Ausländerbehörde unter einem Dach vereint werden. Pläne, in dem innerstädtischen Neubau auch Wohnungen anzubieten, sind vom Tisch. Das Erdgeschoss ist neben einem Entree fürs RP für Läden und Gastronomie vorgesehen.

Auch wenn der Mietvertrag noch nicht unterschrieben ist, hat der Bauherr, die OFB Projektentwicklungs GmbH mit ihrer Tochter GHT Gesellschaft für Projektmanagement, die Pläne auf das Regierungspräsidium als Hautpmieter abgestimmt. Die bislang im Viktoria-Haus gegenüber dem Rathaus, im EAM-Hochhaus an der Treppenstraße und an der Kurt-Schumacher untergebrachten Dezernate sollen Ende 2016 umziehen. Sie werden in dem fünfstöckigen Neubau 10 000 Quadratmeter Bürofläche belegen.

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Obwohl dem Standort neben dem Lutherplatz eine hohe städtebauliche Bedeutung zukommt, wird es keinen Architektenwettbewerb geben. Dies hat hinter den Kulissen offenbar für Unmut gesorgt. „An einer derart wichtigen Stelle in der Stadt sollte man versuchen, das beste Ergebnis zu erzielen“, sagt Günter Schleiff (HHS Architekten) als Vertreter des Kasseler BDA (Bund Deutscher Architekten). „Das geht nur über einen Wettbewerb.“ Es gebe immer wieder Klagen über die hässliche Stadt, sagt Schleiff. „Dann gibt es Chancen, die Qualität zu verbessern, und die Stadt nutzt sie nicht.“

Laut OFB, Tochter der Landesbank Hessen-Thüringen, ist der straffe Zeitplan – die Abrissarbeiten sind noch nicht abgeschlossen, das ehemalige Gebäude der Diakonie steht noch – der Grund. Für einen Wettbewerb reiche die Zeit nicht mehr, sagt Dr. Jürgen Siegel von der Kasseler Niederlassung. In Abstimmung mit der Stadt und der Architektenkammer Hessen habe man sich auf einen mit Fachleuten besetzten Beirat geeignet, der die Planungen begleitet. Damit sei gewährleistet, das die gestalterischen Ansprüche erfüllt würden. „Wir machen eine hochwertige Architektur.“

Mit der Planung wurde der Kasseler Architekt Hans-Georg Ohlmeier beauftragt. Nach seinen Angaben wird an der Kurt-Schumacher ein repräsentativer Eingang fürs RP geschaffen, Läden und Gastronomie werden an der Mauer- und der Hedwigstraße entstehen. Der Neubau wird voraussichtlich eine Steinfassade erhalten, doch noch sind die Pläne in Arbeit.

Die OFB will 40 Millionen Euro in den Standort investieren. Im Sommer soll der Bauantrag gestellt werden, Anfang nächsten Jahres sollen die Bauarbeiten beginnen.

Von Ellen Schwaab

Video der Abrissarbeiten

Bilder der Abrissarbeiten

Stadtbad Mitte wird abgerissen - Teil 1

Stadtbad Mitte wird abgerissen - Teil 2

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