Stadtbad Mitte - ein Sahnestück im Angebot

Die Tage des Stadtbads Mitte sind gezählt: Wenn das neue Auebad fertig ist, hat das Hallenbad ausgedient. Das Grundstück soll verkauft werden. Archivfoto: Fischer

Kassel. Die Tage des Stadtbads Mitte sind gezählt. Wenn das kombinierte Hallen- und Freibad an der Fulda 2013 fertig ist, hat das alte Hallenbad im Stadtzentrum ausgedient. Es soll abgerissen werden.

Was mit dem innerstädtischen Grundstück geschieht, ist offen. Fest steht nur, dass es an einen Investor verkauft werden soll. Mit 4400 Quadratmetern ist das Grundstück fast so groß wie ein Fußballplatz, mitten in Kassel zwischen Kurfürsten-Galerie und City-Point gelegen.

Eine Sahnestückchen, das viel Geld einbringen dürfte und möglichst flott vermarktet werden soll. Die Stadt hat bereits eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, die nach Auskunft von Carl Flore vom Stadtplanungsamt in diesen Tagen fertiggestellt wird. Sie soll die städtebaulichen Entwicklungschancen für das gesamte Gebiet bis zur Königsstraße und Kurt-Schumacher-Straße aufzeigen und klären, ob weiterer Einzelhandel an dieser Stelle sinnvoll wäre. Aus dem Rathaus ist eine größere Ansiedlung von Einzelhandel auf dem Grundstück bislang verneint worden.

In der Untersuchung, mit der die Dortmunder Büros Scheuvens + Wachtens sowie Junker + Kruse beauftragt wurden, geht es laut Flore auch um Überlegungen, den gesamten Bereich neu zu gestalten. Das schließe zum Beispiel auch das Gebäude der Diakonie an der Kurt-Schumacher-Straße ein. Die Machbarkeitsstudie soll Grundlage für die Investorensuche sein. „Wir wollten zuerst unsere städtebaulichen Hausaufgaben machen“, sagt Flore.

Der Grundstücksverkauf könnte der Stadt beziehungsweise den Städtischen Werken als Eigentümerin schätzungsweise zwischen vier und fünf Millionen Euro einbringen. Die Millionen dürften auch angesichts der gestiegenen Kosten für die Kasseler Bäderlandschaft dringend gebraucht werden.

Allein das neue Auebad an der Fulda wird 30 Millionen Euro kosten, für die gesamte Kasseler Bäderlandschaft sind 46 Millionen Euro nötig. Ursprünglich sollten nicht mehr als 30 Millionen Euro ausgegeben werden - plus/minus 20 Prozent. Für die Sanierung des Hallenbads Süd, das mit falschen Fliesen Schlagzeilen machte, wurden sieben Millionen Euro verbaut. Weitere sechs Millionen sind voraussichtlich für das Freibad Wilhelmshöhe erforderlich. Für die Sanierung des Freibads Harleshausen sind 2,6 Millionen Euro veranschlagt, möglicherweise muss auch für dieses Bad mehr ausgegeben werden. Die Machbarkeitsstudie soll im Februar zunächst der Bau- und Planungskommission vorgestellt werden, bevor sie öffentlich wird.

Von Ellen Schwaab

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