Verkehrsgutachten beinhaltet Vorschläge, keine Beschlüsse

Stadtbaurat Nolda: Auto wird nicht ausgesperrt

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Stadtbaurat Christof Nolda

Kassel. Die Kasseler Innenstadt wird auch in Zukunft für Autofahrer gut erreichbar sein. So reagierte Montag Stadtbaurat Christof Nolda auf den Bericht über ein Arbeitspapier zum Verkehrsentwicklungsplan 2030 und stellte klar: „Keinesfalls soll der Autoverkehr aus der Stadt verdrängt werden.“

Die gute Erreichbarkeit der Gewerbe-, Handels- und Dienstleistungsstandorte in Kassel sei ebenso ein Ziel des Verkehrsentwicklungsplanes wie ein leistungsfähiges Hauptverkehrsnetz und der Erhalt einer bedarfsgerechten Infrastruktur für alle Verkehrsteilnehmer. Keine Pförtnerampeln „Pförtnerampeln, die Autofahrer vor den Toren der Stadt zurückhalten, wird es in Kassel nicht geben“, betonte Nolda. Vielmehr gehe es darum, mittels intelligenter Verkehrssteuerung einen möglichst reibungslosen Verkehrsfluss in der Stadt zu gewährleisten.

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Dieser Artikel wurde heute um 7:00 Uhr aktualisiert.

Bei dem Sachstandsbericht handele es sich ausschließlich um Vorschläge der von der Stadt beauftragten Verkehrs-Gutachter, keinesfalls aber um verkehrspolitische Festlegungen. Gleiches gelte auch für die vorgeschlagene Ausweitung der Parkgebührenzone und den Vorschlag, die Parkgebühren nochmals zu erhöhen. Nolda: „Wir werden in diesem Sommer die Parkgebühren erstmals seit 16 Jahren erhöhen. In den nächsten Jahren wird es keine weitere Erhöhung geben.“ Falsch ist laut Nolda die Darstellung der HNA, die Zahl der Autofahrten in der Stadt solle auf ein Drittel von heute 43,3 auf 15 Prozent reduziert werden. Vielmehr werde angestrebt, den Anteil der Autofahrten an allen in der Stadt zurückgelegten Wegen um 15 Prozent zu reduzieren. Heute machten die Autofahrten etwa 43 Prozent aller Fahrten aus.

Künftig sollten nur noch rund 35 Prozent aller Wege mit dem Auto zurückgelegt werden. Dies soll nicht durch Restriktionen für den Autoverkehr erreicht werden, sondern durch Stärkung des Umweltverbundes aus Bus, Straßenbahn, Fahrrad und Fußwegen. Dadurch können Lärm und Luftschadstoffe reduziert werden. Bürger werden beteiligt Der neue kommunale Verkehrsentwicklungsplan soll laut Nolda bis Anfang 2015 aufgestellt und die Verkehrsentwicklung für die nächsten 15 bis 20 Jahre festgelegt werden. Die Stadt Kassel lebe von einer guten Erreichbarkeit und von einer hohen Lebens- und Aufenthaltsqualität. Diese sollen weiter ausgebaut und optimiert werden. Bürger, politische Vertreter sowie Vertreter der Verbände, Vereine und Institutionen sollen an der Diskussion beteiligt werden. Nolda hofft, dass sich viele Menschen an der großen Bürgerbeteiligung zum Verkehrsentwicklungsplan im Mai beteiligen. (bho)

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