Stadtreiniger zeigten beim Tag der offenen Tür, wie sie Kassel täglich sauber halten

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Davon träumen kleine Jungs: Freddy Winter (4 Jahre, am Steuer) und Mika Raschka (dreieinhalb) erkundeten das Führerhaus eines Winterdienstfahrzeuges.

Kassel. Große Autos in knalligen Farben und mit spannenden Anbaugeräten – das begeisterte vor allem die jüngsten Besucher beim Tag der offenen Tür am Samstag bei den Stadtreinigern am Lossewerk. Ständig waren die Führerhäuser von Müllwagen und Kehrmaschinen von Kindern belagert.

Auch für Lukas, Johannes und Simon war die Veranstaltung „der Hit“, wie ihre Mutter Susanne Könen erzählte: „Die rennen jedes Mal raus, sobald das Müllauto um die Ecke kommt und helfen sogar, die Gelben Säcke aufzuladen.“

Bei den Tonnen und Containern ist für den Ladevorgang mehr Technik vonnöten. Nicht eine Spirale wie bei ihrem Spielzeug-Müllauto, sondern ein hydraulischer Verdichter presst den Müll bei den Profis zusammen, erklärte Werkstattleiter Stefan Weiland den Kindern: „Wart ihr schon drüben im Heizkraftwerk?“ Dort durften junge und erwachsene Besucher sogar den Müllkran steuern, der aus dem riesigen Bunker täglich bis zu 50 Tonnen Abfall ins Feuer bugsiert. „Los, da müssen wir gleich hin“, trieb Lukas begeistert seine Familie an.

Lehrreich für alle Altersgruppen war das Programm, das die kommunalen Reinigungs- und Entsorgungsprofis zu ihrem 110-jährigen Bestehen aufgeboten hatten. Von Sortierspielen und Wertstoff-Basteleien über eine Müllwerker-Modenschau bis zur waschbärensicheren Tonne reichten die Informations- und Unterhaltungsangebote. Und für die Rundfahrten in Müllautos und Kehrmaschinen reihten sich viele Familien mit Kindern erwartungsfroh in lange Schangen ein. „So geduldig geht’s wohl an keiner Supermarktkasse zu“, schmunzelte Stadtwerke-Betriebsleiter Gerhard Halm.

Auch sehr viele der 350 Mitarbeiter nahmen die Gelegenheit war, ihren Angehörigen und Freunden einmal in Ruhe zu zeigen, welche Aufgabenvielfalt dahinter steckt, eine Stadt von der Größe Kassels sauber zu halten. „Hier trifft man alle fünf Meter einen ehemaligen Kollegen“, freute sich Hans-Peter Siemon, der viele Jahre lang die Sperrmüllabfuhrtermine organisiert hat und inzwischen im Ruhestand ist.

Dass sein Opa auch mal Zeit zum Schnuddeln haben wollte, kümmerte Siemons Enkel Mika nicht: Kaum aus dem Cockpit eines orangefarbenen Winterdienst-Lkw gekrabbelt, wollte der Dreieinhalbjährige sogleich ins nächste Führerhaus der langen Lkw-Reihe gehievt werden.

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