Auf Stadtrundfahrt mit Thorsten Schäfer-Gümbel

Kassel. Bei der letzten von fünf HNA-Stadtrundfahrten mit Landespolitikern stellte sich Freitag der hessische SPD-Spitzenkandidat Thorsten Schäfer-Gümbel den Fragen der 60 mitreisenden Leser. Ein Protokoll.

Einen Witz, um die Reisegesellschaft bei Laune zu halten, hat Thorsten Schäfer-Gümbel nicht mitgebracht. „Oder doch, einen hab ich von meinem Sohn gehört, aber der ist politisch inkorrekt.“ Erzählen will ihn der hessische SPD-Spitzenkandidat lieber nicht. Auch ohne Witz soll die Stimmung bei der Rundfahrt ausgelassen werden. Kein Wunder: Im Bus sitzen viele treue SPD-Wähler.

Einer von ihnen ist Harald Kuhn aus Baunatal. Beim Bus-Stopp am Herkules eilt er besorgt auf den Hoffnungsträger der Partei zu: „Unseren Bürgermeister Manfred Schaub werden Sie uns doch wohl nicht nach Wiesbaden wegholen, wenn die SPD die Landtagswahl gewinnt“, will Kuhn wissen. „Nein, der Manni ist eine Stimme Nordhessens und das soll er auch bleiben“, antwortet Schäfer-Gümbel. Der Frage, ob der Manni neuer Regierungspräsident werden solle, weicht er aus. „Nun wollen wir erstmal gewinnen.“

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Bei den Chancen auf einen Wahlsieg gibt sich Schäfer-Gümbel optimistisch. 33 Prozent seien realistisch. Zwar sei die jüngste Auseinandersetzung zwischen Kanzlerkandidat Steinbrück und Parteichef Gabriel nicht hilfreich gewesen, aber die Wähler würden klar zwischen Bund und Land unterscheiden. Eine Koalition mit den Linken lehne er ab. „Rot-Grün, nichts anderes.“ HNA-Chefreporter Frank Thonicke, der das Gespräch moderierte, wollte wissen, wie ein möglicher SPD-Ministerpräsident den Flughafen Kassel-Calden in Gang bekommen wolle. Schäfer-Gümbel bezeichnete den Neubau des Flughafens als richtig. Dass er sich nicht allein aus dem Flugbetrieb tragen würde, sei klar gewesen. Als Infrastrukturprojekt könne er Ausgangspunkt für Ansiedlungen etwa aus dem Bereich der Luftverkehrstechnologien werden. „In dieser Hinsicht hat das Land als Eigentümer Fehler gemacht.“

Einige im Bus waren etwas enttäuscht, dass TSG – wie ihn seine Fans nennen – ohne seine Frau Annette gekommen war. Etliche Bekannte der gebürtigen Grebensteinerin, die auf dem Kasseler Friedrichsgymnasium zur Schule ging, waren an Bord. Mit seiner Frau sei er „in der Kennenlernphase“ häufig im Hölkschen Haus Kaffeetrinken gegangen – lange bevor es umgebaut wurde.

Verwundert über SPD-Plakat

Als der Bus an einem Plakat seiner Partei vorbeifährt, das für ein Nein beim Bürgerentscheid über den Erhalt der Stadtteilbibliotheken wirbt, wundert sich der SPD-Mann. Denn das Parteilogo ist auf den Plakaten nicht zu finden.

Bustour mit Thorsten Schäfer-Gümbel

Der 44-Jährige, der im mittelhessischen Lich lebt, hatte die bekannten Versprechen im Gepäck: Mit der SPD werde Arbeit wieder gut bezahlt und Gutverdiener sollten mehr Steuern zahlen. Das kam gut an. Nur einmal war die Reaktion im Bus verhalten: Als sich TSG zum FC Bayern bekannte. (bal)

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