Stadtwette in Kassel dreifach erfüllt: 37 Tonnen Lebensmittel für die Tafel

+

Kassel. Die Kasseler hätten es auch aus eigener Kraft geschafft: Allein zwölf Tonnen Lebensmittel sammelten Schulen, Kindergärten, Vereine und Verbände sowie Mitarbeiter von Firmen und Verwaltungen innerhalb von fünf Wochen für die Kasseler Tafel. Damit hätte OB Bertram Hilgen die Stadtwette, die er mit dem Tafel-Bundesvorsitzenden Gerd Häuser eingegangen war, ohnehin gewonnen.

Lesen Sie auch

Armutszeugnis: 3300 nutzen in Kassel und Umgebung die Tafel

Haushoch fiel der Sieg aber dank großzügiger Spenden von Rewe und Penny aus. Zehn Tonnen haltbare Nahrungsmittel hatten Rewe-Kunden der 23 teilnehmenden Supermärkte in der Region gespendet. Das verdoppelte die Rewe Gruppe aus eigener Tasche auf 20 Tonnen. Und die Rewe-Tochter Penny setzte mit fünf weiteren Tonnen noch eins obendrauf.

Insgesamt sind also 37 Tonnen (37 000 Kilogramm) Nudeln, Zucker, Reis, Mehl, Konserven und Co. bei der Stadtwette zusammengekommen. Das deutliche Ergebnis zeige das große Engagement und die Hilfsbereitschaft der Menschen in Kassel, sagte Hilgen sichtlich erfreut: „Das ist der Kitt, der eine Stadt zusammenhält.“

Tafel auf dem Friedrichsplatz

Als Höhepunkt des Bundestafeltreffens, zu dem am Wochenende mehr als 800 Tafelmitarbeiter nach Kassel gekommen waren, wurde anschließend die große Suppentafel auf dem Friedrichsplatz eröffnet. 600 Liter Erbseneintopf hatten Andreas Simon, Küchenleiter im Mercedes-Benz-Achsenwerk, und sein Team seit 5 Uhr morgens zubereitet – ehrenamtlich, versteht sich. Innerhalb von einer Stunde waren schon zwei Drittel davon weggeputzt. „Es schmeckt richtig gut“, sagt Erika Scherb, die sich bei der Arbeiterwohlfahrt (Awo) engagiert und mit einer kleinen Gruppe an der Tafel Platz genommen hatte. Der Kasseler Awo-Kreisverband hatte auch vier Zentner Lebensmittel zur Stadtwette beigesteuert, sagt Vorsitzende Barbara Wiegand. „Die Arbeit der Tafel ist wertvoll, das wollen wir unterstützen - was nicht heißt, dass die Politik außen vor ist beim Thema Armut.“

Das sieht auch Karin Queisser so, die selbst die Hilfe der Kasseler Tafel in Anspruch nimmt: „Es ist schon traurig, dass es sowas geben muss.“ Neben ihr nickt Anita Kalinowski: „Wir sind froh, dass es die Tafel gibt. Von 360 Euro kann man schließlich kaum leben“, sagt die Hartz-IV-Empfängerin.

Ein paar Biertische weiter löffeln Wolfgang Effinger und Monika und Andreas Wilhelm ihre Suppe. Sie engagieren sich bei der Butzbacher Tafel und sind für das Bundestreffen nach Kassel gekommen. „Hier gibt es einen Haufen engagierter Tafelhelfer“, sagt Andres Wilhelm anerkennend. Auf die gute Organisation der zweitägigen Veranstaltung könnten die Kasseler Kollegen stolz sein.

„Nur der Oberbürgermeister hält seine Versprechen nicht“, sagt Andreas Wilhelm und lacht: „Er hatte gestern gesagt, dass es nicht regnen würde bei der großen Suppentafel.“ Aber dafür habe der OB ja sein anderes Versprechen dreifach übererfüllt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.