Städte-Ranking: Nur in Freiburg und Münster lebt sich's besser als in Kassel

Der Herkules

Kassel. Die Autoren des Magazins "Wirtschaftswoche" ordnen Kassel als diejenige Stadt mit der dritthöchsten Lebensqualität in Deutschland ein.

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Dieser bemerkenswerte Befund geriet beinahe in den Hintergrund als das Magazin jüngst "Ausgerechnet Kassel" titelte. Die Resultate des jüngsten Städte-Rankings der "Wirtschaftswoche" ergaben, dass Kassel unter 50 deutschen Städten die höchste Wirtschaftsdynamik aufweist.

Jetzt hat es Kassel also auch in Sachen Lebensqualität geschafft: Nur in Freiburg und Münster ist demnach das Verhältnis von Wohn- und Erholungswert, Kultur- und Freizeitangeboten, Bildung, Gesundheit und Verkehrsinfrastruktur günstiger als in der Nordhessenmetropole. Um über die reine Wirtschaftsentwicklung hinaus auch die Lebensqualität in deutschen Städten zu bewerten, hat die Wirtschaftswoche ausgewählte Kennzahlen aus der Studie der Beratungsfirma IW Consult - einer Tochter des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft - gegenübergestellt. Das Ergebnis: „Kassel ist eigentlich in keinem Bereich richtig schwach“, sagte Referent Christian Buchweitz von IW Consult.

Nach seinen Angaben kommt das gute Zeugnis für Kassels Lebensqualität „überwiegend aus messbaren Werten“ zustande. Die Wissenschaftler hätten vorliegende Statistikzahlen etwa zur Zahl der Kinderbetreuungsplätze, zur Ärzteversorgung, zur Wohnbautätigkeit und zur Dichte der Grünflächen im Stadtgebiet ausgewertert.

Aber auch die gefühlte Lebensqualität sei in die Betrachtung eingegangen. Dazu hätten die Forscher in jeder Stadt 80 Unternehmen befragt, wie das Kulturangebot, die Verkehrs- und die Bildungs-Infrastuktur am Standort bewertet wird.

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Dabei konnten sich laut Buchweitz nicht nur Platzhirsche wie VW, SMA und Wintershall äußern: „Wir haben nach dem Zufallsprinzip quer durchs gesamte Wirtschaftsspektrum der Städte gefragt.“

Gerade bei solchen subjektiven Bewertungen habe Kassel gepunktet: Die Verkehrsanbindungen, das Kulturangebot und der Freizeitwert würden in Kassel von den Befragten deutlich besser benotet als in anderen Städten.

Sehr gut steht Kassel laut IW Consult auch bei einigen messbaren Größen da - so beim Verhältnis von Siedlungs- und Grünflächen sowie bei der Quote von Ärzten und Krankenhausbetten je Einwohner. Auch stehe jedem Kasseler mit durchschnittlich 39,7 Quadratmetern mehr Wohnfläche zur Verfügung als den Einwohnern der meisten anderen deutschen Großstädte.

Nachholbedarf gebe es allerdings noch bei der Kinderbetreuungsquote, einem wichtigen Standortfaktor für berufstätige Eltern: Mit einem Krippenplatz-Angebot für derzeit 18,9 Prozent aller Unter-Dreijährigen liegt Kassel deutlich hinter Freiburg (28,8) und Münster (24,4 Prozent). Die ostdeutschen Kommunen im Städte-Ranking sind - historisch bedingt - noch wesentlich besser mit Kinderbetreuungsplätzen ausgestattet.

Von Axel Schwarz

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