– Umlagen und Steuern verantwortlich

Städtische Werke erhöhen zum Januar erneut die Strompreise

Kassel. Ein Raunen dürfte in diesen Tagen durch etwa 100 000 Haushalte, die von den Städtischen Werken Strom beziehen, gehen. Erneut werden zum 1. Januar 2014 die Preise erhöht.

Die Kilowattstunde (kWh) wird um 0,71 Cent teurer. Danach kostet im Tarif „KS - einfach günstig“ eine kWh künftig 26,47 Cent (bisher 25,74 Cent). Bei einem jährlichen Verbrauch eines durchschnittlichen Zweipersonenhaushalts von 2500 kWh müssen insgesamt 772 Euro und damit 33,25 Euro mehr als im Vorjahr aufgebracht werden. Der Tarif „KS - einfach gut“, für den Verbrauch bis 832 kWh im Jahr, steigt von 27,17 Cent auf 27,89 Cent.

Entwicklung der Strompreise. (Großansicht)

Mehr noch als über die alljährlich anstehende Strompreiserhöhung regen sich viele Kunden über die Preissteigerung von 19 Prozent bei der Servicepauschale auf. „Die ist klammheimlich und durch die Hintertür erhoben“, sagt Kunde Andreas Fuchs. Ingo Pijanka von den Städtischen Werken begründet die Preiserhöhung von 94,01 auf 111,86 Euro mit steigenden Kosten für das Betreiben des Netzes und den Ausbau für erneuerbare Energien, wie den Bau der Windkraftanlagen in der Söhre. „Das Erdkabel, das den von den Rotoren erzeugten Strom zum Umspannwerk leitet, ist eine Investition in regional erzeugten Ökostrom.“ Das sei günstiger, als den Strom über weite Netze zu transportieren, sagt Pijanka.

Kunden der Städtischen Werke werden dadurch quasi zwei Mal zur Kasse gebeten. Sie bezahlen bereits in Form der EEG-Umlage die Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Quellen ins Netz. Die EEG-Umlage fällt mit 6,24 Cent pro kWh in der Zusatzkostenrechnung am höchsten ins Gewicht. Die Umlage bezahlen mit Ausnahme von Großkunden alle Verbraucher.

Gut die Hälfte des Preises von Haushaltsstrom entfällt auf Umlagen, Steuern und Abgaben. „Nur drei bis sieben Prozent können vom Energieanbieter direkt beeinflusst werden“, betont Pijanka. Neu hinzu kommt mit 0,009 Cent pro kWh ab Januar 2014 die Umlage für abschaltbare Lasten. Große Stromverbraucher sollen bei drohender Instabilität des Stromnetzes vom Netz gehen können und dafür eine Entschädigung erhalten.

Preissenkungen innerhalb der Umlagen oder die Weitergabe sinkender Börsenstrompreise kommen dadurch beim Endkunden nicht an.

Von Diana Surina

Rubriklistenbild: © picture-alliance / dpa/dpaweb

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