Grund: Mehr Haushalte produzieren Strom selbst

Städtische Werke in Kassel erhöhen Pauschale bei Strom

Kassel. Die günstigeren Konditionen beim Einkauf wollen die Städtischen Werke an ihre Kunden weitergeben.

Deswegen sinken die Preise für Strom und Gas in allen Tarifen um bis zu sechs Prozent.

Teurer werden hingegen die Servicepauschalen beim Strom. Als Grund hierfür nennen die Städtischen Werke in einer Pressemitteilung eine Neuverteilung der Kosten der Netznutzung. Demnach produzieren immer mehr Haushalte selbst Strom, zum Beispiel über Fotovoltaikanlagen. Trotz dieser geringeren Nutzung müssten die Kosten für Netzinfrastruktur in vollem Umfang aufrechterhalten werden, heißt es von den Städtischen Werken.

Die Senkung des Preises wirke sich für die Kunden mit einer Ersparnis ab einem Strom-Jahresverbrauch von 1696 Kilowattstunden aus. Ein durchschnittlicher Vier-Personen-Haushalt komme auf etwa 4000 Kilowattstunden im Jahr und spare also unter dem Strich.

EAM kündigte an, den Preis im Tarif „Mein EAM Strom“ zum 1. März um 0,6 auf 25,03 Cent pro Kilowattstunde zu senken, unverändert bleibt der Grundpreis von 99,96 pro Jahr. Mit 25,11 Cent liegt der Preis pro Kilowattstunde im Tarif „Mein EAM Strom Plus“ etwas höher, dafür garantiert EAM laut Pressemitteilung, dass der Preis bis Ende 2016 stabil bleiben soll. Auch hier bleibt es bei einem Grundpreis von 117,84 pro Jahr.

Für einen Haushalt, der pro Jahr 4500 Kilowattstunden verbraucht, verspricht EAM eine Ersparnis von 27 Euro. Noch deutlicher sei der Unterschied zum aktuellen Tarif von Eon, dem Grundversorger in Nordhessen und Südniedersachsen. Bei einem Wechsel lassen sich laut EAM etwa 100 Euro sparen. Über die neuen Preise will der Versorger seine Kunden auch noch einmal per Brief informieren.

EAM will Eon angreifen

EAM ist im Juli 2014 mit einer eigenen Vertriebsgesellschaft an den Markt gegangen. Angaben über Kundenzahlen mache das Unternehmen aus Gründen des Wettbewerbs nicht. Allerdings sei man mit der bisherigen Entwicklung „sehr zufrieden“, sagte Pressesprecher René Schneider. Und durch Aktionen wie die aktuelle Preissenkung hoffe EAM, weitere Kunden zu gewinnen. Hauptkonkurrent ist der bisherige Mutterkonzern Eon, der nach wie vor Grundversorger im Netzgebiet von EAM in Nordhessen und Südniedersachsen sowie Teilen von Nordrhein-Westfalen und Thüringen ist. Änderungen an den seit 2013 stabilen Preisen gebe es nicht, sagte Eon-Sprecherin Verena Huber auf Anfrage.

In der Grundversorgung zahlen Kunden bei Eon für die Kilowattstunde Strom 27,57 Cent und einen Grundpreis von 85,39 Euro im Jahr. „In der Regel rechnen wir mit einem durchschnittlichen Verbrauch von 3000 Kilowattstunden für eine Familie“, sagte Huber. „Die jährlichen Kosten für eine Familie betragen durchschnittlich also 912,49 Euro.“ Ferner biete Eon einen Tarif mit einer Preisgarantie bis 31. März 2018 an. (clm)

Rubriklistenbild: © dpa

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