Abschaltung des Portals ist mit Einschränkungen für Kunden verbunden

Kunden sind verärgert: Städtische Werke stellen Smart-Home-System ein

Das vernetzte Zuhause: „Smart Home“-Systeme werden immer beliebter.
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Das vernetzte Zuhause: „Smart Home“-Systeme werden immer beliebter.

Die Städtischen Werke stellen Ende Juni ihr Smart-Home-System ein. Darüber ärgern sich manche Kunden, die das System erst vor wenigen Jahren gekauft hatten.

Kassel - Vor sechs Jahren erwarb der Kasseler Peter Döring das Smart-Home-System der Städtischen Werke. Die Entscheidung hatte er bis vor Kurzem auch nie bereut. Denn die neue Technik versprach ökologische Vorteile. Das System sorgte durch intelligente Heizkörperventile und Fensterkontakte dafür, dass die Raumtemperatur automatisch auf das gewünschte Niveau reguliert wurde. Zudem senkte es den Verbrauch.

Umso verärgerter ist Döring, dass das Angebot Ende Juni eingestellt wird. Grund dafür ist, dass die Anbieter der Hard- und Software, mit denen die Städtischen Werke sieben Jahre lang zusammengearbeitet haben, das seinerzeit eingeführte System nicht mehr technisch unterstützen. Es gibt also keinen Service und keine Wartung mehr. Auch wird es nicht mehr möglich sein, über eine Internetseite oder eine App auf das Smart-Home-System zuzugreifen, um Änderungen an Temperaturprofilen vorzunehmen. Die Thermostate sind nur noch manuell bedienbar.

Döring, der damals 450 Euro in die Installation investiert hat, versteht die Entscheidung nicht. Die Städtischen Werke müssten doch in der Lage sein, die Dienstleistungen ihres Geschäftspartners selbst zu übernehmen. Zumal die besagte Firma ihr Angebot erst 2023 einstellen wolle und nicht schon in diesem Sommer.

Ein Sprecher der Städtischen Werke teilte mit, dass sein Unternehmen die Einstellung bedauere. „Hintergrund ist, dass der Smart-Home-Markt sehr dynamisch ist und es nur wirklich große Anbieter leisten können, die vielfältige, großteils aus Asien stammende und sich laufend weiterentwickelnde Hardware dauerhaft in ihre Systeme anzubinden“, so der Sprecher.

Inzwischen biete der Hersteller zwar eine neue Version an. Diese aber sei nicht kompatibel mit älteren Versionen, wie sie Peter Döring nutzt. „Wir wissen, dass es eine Android-App und verschiedene Bastler-Lösungen im Internet gibt, mit der man die Komponenten weiter betreiben kann. Aber das können wir als Standardangebot unseren Kunden nicht seriös anbieten“, so der Sprecher.

Die Einstellung des Smart-Home-Portals sei für die Kunden mit Einschränkungen verbunden. Aber ein Weiterbetrieb durch die Städtischen Werke sei technisch leider nicht möglich. Man gehe aber davon aus, dass nur wenige Kunden das System bis heute nutzten, teilt der Sprecher mit. (Bastian Ludwig)

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