Stahlträger für Hafenbrücke: Am Montag soll der Schwertransport rollen

Steht seit zwei Wochen auf der Rastanlage in Göttingen still: Der Schwertransport der Firma Universal Transport soll sich am Montagabend in Bewegung setzen und die Stahlträger nach Kassel bringen. Foto: Rampfel

Kassel/Göttingen. Eine unglückliche Verkettung von Fehlern hat offenbar zu der inzwischen zweiwöchigen Verzögerung des Schwertransports mit Stahlträgern für die Hafenbrücken-Baustelle in Kassel geführt.

Eigentlich hätte der 190-Tonnen-Transport am Freitag vor 14 Tagen in Kassel ankommen sollen. Mehrfach hatte sich der Termin dann verschoben.

Jetzt sieht alles danach aus, als ob der Transport, der in Göttingen von den Polizei gestoppt worden war, am Montagabend weiterfahren kann.

Um 22 Uhr soll Start in Göttingen sein, gegen 2 Uhr früh am Dienstag würde der Schwertransport dann in Kassel ankommen. Das stellt Dr. Rudolf Saller in Aussicht. Er ist als Rechtsanwalt für die Firma Universal Transport tätig.

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Vier voneinander unabhängige Fehler, die an verschiedenen Stellen gemacht worden seien, hätten zu dem 14-tägigen Stillstand geführt, erklärt Saller. Zunächst habe sich bei der Kontrolle durch die Göttinger Autobahnpolizei herausgestellt, dass die Spedition selbst den Antrag für die Transporterlaubnis falsch ausgefüllt habe. Es sei ein zu geringes Gewicht für die Vorderachslast eingetragen worden.

„Die Fehler haben sich inflationär addiert.“

Bei der erneuten Antragsstellung mit den tatsächlichen Lasten habe sich ergeben, dass durch das höhere Gewicht vorne die Antriebsachslast auf den Hinterachsen für die Steigung hinter der Werratalbrücke nicht mehr ausreiche. „Zumindest nicht bei Nässe, da hätte der Transport stecken bleiben können“, sagt Saller.

Also habe man beschlossen, eine zweite Hilfszugmaschine vorzuspannen. Bei der Beantragung für diesen jetzt 222-Tonnen-Transport seien weitere Patzer passiert: Die zuständige Behörde in Halle habe zwar eine Transporterlaubnis ausgestellt, allerdings ohne die Ausnahmegenehmigung für das extrem große Fahrzeug. Diese sei aber zwingende Voraussetzung für die Fahrerlaubnis. Hinzu kam laut Saller, dass das Gutachten zur Ladungssicherheit vom TÜV Hessen falsche Zahlen enthielt.

Obendrein habe sich noch herausgestellt, dass die Herstellerfirma C+P Brückenbau während des Verladens der Stahlträger beim Nachweis der Kippsicherheit des Transport etwas falsch gemacht hatte.

„Die Fehler haben sich inflationär addiert“, sagt der Rechtsanwalt. Je mehr Ungenauigkeiten auftauchten, desto genauer habe die Polizei dann hingeschaut. „Und das ist ja auch richtig so“, stellt Saller klar.

Hohe Kosten für Spedition

Folge der Fehler sei nun auch „ein finanzielles Fiasko“, sagt der Anwalt. Der Stillstand des Lkw seit dem 8. Oktober koste die Spedition 26 000 Euro, die Kosten für die Einholung der nachträglichen Gutachten und für das Wiegen des Lastzugs weitere 12 000 Euro. Auch an der Baustelle in Kassel seien Kosten für die Autokrane und Behelfsstraßen für die geplante Montage der Bauteile entstanden. Wer die angesichts der vielen Fehlerquellen tragen muss, sei noch zu klären.

Von Katja Rudolph

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