Kostenschätzung fehlt

Standort für Tapetenmuseum noch in der Schwebe

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Zukunft weiter ungewiss: Noch ist nicht entschieden, ob das Tapetenmuseum im Gebäude des Verwaltungsgerichtshofs am Brüder-Grimm-Platz angesiedelt werden kann.

Kassel. Das Tapetenmuseum rückt in immer weitere Ferne. Ob die Pläne von Hessens Kunstministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) Wirklichkeit werden, die kostbare Sammlung historischer Tapeten im Gebäude des Verwaltungsgerichtshofs (VGH) am Brüder-Grimm-Platz anzusiedeln, ist weiter offen.

Ministeriumssprecher Dr. Ulrich Adolphs zeigt sich wenig auskunftsfreudig. Er verweist auf Abstimmungsgespräche.

Noch immer ist nicht geklärt, ob der VGH den Standort verlässt und in das ehemalige Finanzamt Goethestraße zieht. Es gibt auch noch keine Kostenschätzung für die Ansiedlung des Tapetenmuseums am Grimm-Platz. Die Kosten werden nach Angaben aus dem Wiesbadener Finanzministerium erst dann ermittelt, wenn klar sei, dass der Standort tatsächlich frei wird.

Das VGH-Gebäude ist weitaus sanierungsbedürftiger als angenommen. Wegen der hohen Kosten hat das Land auf den Bau des geplanten Justizzentrums am Grimm-Platz verzichtet, in dem der VGH, das Verwaltungs- sowie das Sozialgericht unter einem Dach vereint werden sollten.

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Mehr zum Tapetenmuseum finden Sie hier.

Mit einer baldigen Entscheidung über die Zukunft des VGH ist nicht zu rechnen. Am Grimm-Platz wartet man auf den Belegungsplan des Hessischen Immobilienmanagements (HI) zur Unterbringung der drei Gerichte im ehemaligen Finanzamt.

„Den werden wir sorgfältig prüfen“, sagt der Vize-Präsident des VGH, Lutz Schröder. Wann das Ergebnis dieser Prüfung vorliege, sei nicht abzusehen. Laut Schröder rechnet man im VGH damit, dass bis zum möglichen Umzug noch viele Jahre vergehen. „Dass wir nicht rausdrängeln, ist bekannt“, sagt der Jurist. „Wir bedauern es nach wie vor, dass es nicht zum Bau des Justizzentrums gekommen ist.“

Lutz Schröder

Die Goethestraße sei als Standort nicht unattraktiv. Das wisse man zu schätzen. Allerdings müsse das Gebäude den Anforderungen an ein Fachjustizzentrum entsprechen. Dazu zählten ausreichend große Sitzungssäle in entsprechender Anzahl sowie Sicherheitsvorkehrungen wie die Trennung von öffentlichem und nicht öffentlichem Bereich. Zudem müsse eine gleichwertige Unterbringung der drei Gerichte gewährleistet sein. All dies werde man ergebnisoffen prüfen. Unterdessen wächst die Sorge, dass für das Tapetenmuseum am Ende kein Geld mehr da sein könnte. Zweifel sind auch deshalb angebracht, weil 185 der 200 Millionen Euro für den Ausbau der Kasseler Museumslandschaft bereits verbaut oder gebunden sind, wie nun auch die Kasseler SPD-Landtagsabgeordneten Wolfgang Decker und Uwe Frankenberger in Wiesbaden auf Nachfrage erfuhren.

Dabei dürften die Kosten für Sanierung und Umbau des VGH-Gebäudes am Grimm-Platz, das nur noch notdürftig unterhalten wird, wie bei vielen anderen Sanierungsobjekten in den nächsten Jahren weiter steigen. (els)

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