Kette zieht sich aus Kassel zurück

Starbucks am Königsplatz macht dicht

Das Bild zeigt Melissa Wanduch (links) und Mia Kade vor dem Starbucks-Cafe jeweils mit einem Frappuccino in der Hand.
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Auf einen letzten Frappuccino: Melissa Wanduch (links) und Mia Kade bedauern die Schließung des Starbucks am Königsplatz.

Ende 2012 kam die Café-Kette nach Kassel, jetzt zieht sich das Unternehmen aus der documenta-Stadt zurück. Grund ist auch die Corona-Pandemie.

Kassel - Das Kasseler Starbucks-Café hatte am Sonntag (31.10.2021) offenbar zum letzten Mal geöffnet: Nach Recherchen der HNA wird die Filiale auf dem Königsplatz dauerhaft geschlossen. Vor Ort wollte der Leiter der Filiale sich nicht äußern. Eine Mitarbeiterin sagte gegenüber der HNA, Auskünfte dürfe nur die Pressestelle in München geben. Diese war am Wochenende nicht besetzt.

Private Anfragen auf dem Instagram-Account von Starbucks Kassel wurden aber beantwortet: Dort gab es eine Bestätigung für die Schließung der Filiale. Anzeichen für das bevorstehende Aus gab es am Sonntag auch vor Ort im Café: Dort war der Bereich mit den Sitzplätzen bereits gesperrt und stattdessen mit allerlei Kisten belegt. In den großen Halterungen für die Kaffeebecher hinter der Theke befand sich nur noch wenig Nachschub.

Starbucks kam 2012 nach Kassel: Viele Menschen sind über Schließung enttäuscht

Damit scheint die Starbucks-Geschichte in Kassel nach knapp neun Jahren zu Ende zu gehen: Die Filiale auf dem Königsplatz hatte Ende 2012 eröffnet – und Kassel damit in den Augen vieler Fans der weltweit größten Kaffeehaus-Kette zur Großstadt geadelt. Die nächsten Cafés der Kette gibt es in Frankfurt und Hannover.

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Auch wenn die Schließung nicht angekündigt wurde, ganz überraschend kommt sie nicht. Starbucks hat die Corona-Pandemie hart getroffen und der Kette massive Gewinneinbußen beschert. Allein in den USA schließt Starbucks bis Ende des Jahres 400 Filialen. Dort nahm der Siegeszug des Kaffeehaus-Imperiums vor 50 Jahren seinen Anfang. Heute gibt es rund 32.000 Filialen in über 70 Ländern. Coronabedingt wurde auch die Expansion des Unternehmens ausgebremst: Nur die Hälfte der 600 geplanten Neueröffnungen wurde 2020 umgesetzt.

Starbucks-Filiale in Kassel schließt: „Der Kaffee schmeckt hier einfach besonders gut“

Die Kunden vor dem Kasseler Café wussten am Sonntag noch nichts von der Schließung. Darauf angesprochen, äußerten sich viele enttäuscht. „Der Kaffee schmeckt hier einfach besonders gut“, findet Michelle Kimm aus Edertal. Melissa Banduch aus Kassel und ihre Freundin Mia Kade aus Staufenberg holen sich traditionell einen Karamell-Frapuccino, wenn sie in der Stadt bummeln gehen. Die beiden 17-Jährigen genossen den vermutlich letzten Becher gestern umso mehr. Diesmal wanderte das Plastikgefäß anschließend nicht in den Müll. „Der wird ausgewaschen und aufgehoben“, kündigte Mia Kade an. (Katja Rudolph)

Auch die Parfümerie-Kette Douglas hat eine Filiale in Kassel erst kürzlich geschlossen. Zudem kündigte das Bekleidungsgeschäft Peek & Cloppenburg den Mietvertrag in Kassel.

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