Standort Königsplatz

Starbucks kommt nach Kassel: Konkurrenz für Innenstadt-Cafés

Neuer Standort: In den ehemaligen Räumen des Italieners Da Bruno eröffnet Mitte Dezember eine Starbucks-Filiale.

Kassel. In Kassels Innenstadt gibt es mittlerweile sechs so genannte Coffee-Shops, die nach amerikanischem Vorbild Kaffee und Gebäck verkaufen. Nun eröffnet Mitte Dezember mit Starbucks der Branchenprimus auf der Ladenfläche des ehemaligen Italieners Da Bruno am Königsplatz.

Wir fragten bei den Mitbewerbern, ob die neue Wettbewerbssituation für sie zum Problem werden könnte.

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Als Johannes Reinhold im Jahr 2001 Melchior Coffee in der Neuen Fahrt eröffnete, brachte er das amerikanische Café-Konzept erstmals nach Kassel. Reinhold hatte sich bei einem Urlaub in New York von den dortigen Starbucks-Cafés inspirieren lassen. Seit damals haben sich viele weitere Coffee-Shops im Franchise-Prinzip in der Innenstadt angesiedelt.

„In den vergangenen Jahren hatte ich jedes Mal Sorgen, wenn ein weiterer Coffee-Shop hinzukam. Ich dachte, ich würde es beim Umsatz spüren“, sagt Reinhold. Seine Befürchtungen hätten sich nie bewahrheitet. Deswegen sehe er auch die Eröffnung von Starbucks gelassen.

Hinter der Theke: Ricarda Stern arbeitet in der Coffee Store-Filiale an der Wilhelmsstraße/ Ecke Ständeplatz. Fotos: Ludwig

Ähnlich argumentiert Stephan Dressler, Inhaber der Coffee Store-Filialen an der Wilhelmsstraße/ Ecke Ständeplatz und an der Kölnischen Straße (ehemals Buchhandel Lometsch). „Sicher wird es gerade nach der Eröffnung einige Kundenbewegungen geben, aber ich habe keine Angst, dass wir dann keinen Stich mehr kriegen“, sagt Dressler. Jede Café-Bar habe ihre eigenen Schwerpunkte und sei dadurch - auch preislich - unterscheidbar.

Marcel Reinhardt, Geschäftsführer des Coffee Bay- Franchisesystems, das mit einem Café am Scheidemannplatz vertreteten ist, macht sich ebenfalls „wenig Gedanken“ um die neue Konkurrenz. Starbucks verkaufe ein anderes Image und habe eine andere Preisstruktur als die Mitbewerber. Zu Coffee Bay kämen 70 Prozent Stammkunden - auf die setzt Reinhardt auch in Zukunft.

Weitere Coffee-Shops gibt es im City Point (Coffeeshop Company) und in der Buchhandlung Thalia in der Königsstraße (Meyerbeer-Coffee). Daneben bietet mittlerweile fast jede Bäckerei ähnliche Dienstleistungen an.

Für Starbucks ist die Eröffnung in Kassel „Teil der neuen Expansionsstrategie“, mit der das Unternehmen verstärkt auch in „Secondary Cities“ (zweitrangigen Städten) vertreten sein will.

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) geht von einer verschärften Konkurrenzsituation für die Kaffees in der Innenstadt aus. Allerdings sei der Markt sicher trotzdem für alle Anbieter noch groß genug, sagt Christine Neumann von der IHK. Der Kaffeekonsum der Deutschen liege über dem EU-Schnitt von 14 Tassen pro Woche: 2011 waren es pro Kopf 21 Tassen in der Woche.

Von Bastian Ludwig

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