Betreiber Götz Ohlendorf auf Suche nach günstigen Alternativen - Umbau der ehemaligen Behörde an Spohrstraße kostet zu viel

Finanzamt ist zu teuer für den Starclub

Im Sommer 2009 war angeblich alles klar: Die Investoren Bernhard Brunsch und Thomas Fehlberg sowie Starclub-Betreiber Götz Ohlendorf (von links) präsentierten die neuen Räumlichkeiten des Varietés im ehemaligen Finanzamt Spohrstraße. Die Eröffnung kündigten sie für September 2009 an. Archivfoto:  Herzog

Kassel. War alles einfach nur Theater, dass der Starclub in das ehemalige Finanzamt umzieht? Im Sommer vergangenen Jahres wurde es jedenfalls als ganz sichere Angelegenheit verkauft.

Zwar fehlten noch die Unterschriften unter dem neuen Gesellschaftervertrag, aber das sei „reine Formsache“, sagte Starclub-Betreiber Götz Ohlendorf Anfang August. Es stehe definitiv fest, dass sein Varieté im ehemaligen Finanzamt an der Spohrstraße eröffnet wird. Die Umbaukosten von 300 000 Euro wolle er sich mit dem Immobilieneigner Brunsch & Meyer Grund und Boden AG teilen.

Ohlendorf kündigte an, dass bereits im September 2009 das neue Programm in dem Haus aus den Jahren 1908/1909 gezeigt wird. Daraus wurde nichts, der Starclub zog vorübergehend in das Ausweichquartier in die Alte Brüderkirche um.

Dennoch hielt Ohlendorf an dem Standort an der Spohrstraße fest. Im November erklärte er, dass das neue Theater im Frühjahr 2010 eröffnet wird. Damals sah er sich auf der „Zielgeraden“ und verglich den Aufschub mit der Sanierung des Staatstheaters. Dessen Umbau habe sich schließlich auch verzögert, „ohne dass jemand daran gezweifelt hat, dass es ein neues Staatstheater geben werde“.

Mittleweile zweifelt Ohlendorf selbst an dem Standort gegenüber der Kurfürstengalerie. „Ich suche nach einer Alternative“, sagte der Starclub-Geschäftsführer gestern auf Anfrage. Es zeichne sich ab, dass der Umbau in dem ehemaligen Finanzamt deutlich teurer als die ursprünglich veranschlagten 300 000 Euro werde. Und das sei zu viel Geld. Schließlich wolle er nicht, dass die Eintrittskarten teurer würden. Derzeit kosten sie zwischen 28 und 29,50 Euro. „Wir können keine 60 Euro für eine Karte nehmen“, sagt Ohlendorf.

Immobilien-Eigentümer Bernhard Brunsch weiß, dass Ohlendorf auf der Suche nach alternativen Standorten ist. Nichtsdestotrotz halte er noch an seinem Angebot fest, dass sein Unternehmen sich mit 150 000 Euro am Umbau des Erdgeschosses beteilige. Das Varieté nutze die Räumlichkeiten auch noch als Lager, ohne dass er Miete dafür kassiere. Er mache das, weil noch kein anderer Mieter für das Erdgeschoss in Sicht und er Lokalpatriot sei. „Es wäre schade, wenn es den Starclub in Kassel nicht mehr geben würde“, sagt Brunsch. Er setzt Ohlendorf eine Frist: Bis Ende März habe dieser Zeit, sich für oder gegen den Standort zu entscheiden.

Ohlendorf sagt, er sei schneller. Bis spätestens Ende Februar wolle er mitteilen, wo das Varieté in Kassel künftig beheimatet ist.

Von Ulrike Pflüger-Scherb

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.